Das Ende einer Ära?

1. Oktober 2008 | von

Glück gehabt: Dank der milliardenschweren Soforthilfe mit Banken- und vor allem Steuergeldern hat sich die Hypo Real Estate geradeso aus ihr misslichen Lage retten können. Doch der Immobilienmarkt ist weiterhin höchst verunsichert und es fehlt vor allem eins: Vertrauen.

Nach dem Beinahe-Kollaps des Immobilienfinanziers steht eigentlich nur eine Frage im Raum. Wann trifft es den Nächsten? Und wird auch dann der Staat eingreifen? Die Wahrscheinlichkeit ist gering, und die Refinanzierung anderer Immobilienbanken wird nur schwerer und teurer werden als vor der Krise. Dementsprechend sinkt die Bereitschaft, Kredite für große Immobilienkäufe bereitzustellen, immer mehr. Dabei wird gerade dieses Refinanzierungsmodell die Entwicklung des Transaktionsmarktes 2009 ganz wesentlich bestimmen. So stuften Analysten des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle das Volumen aller Immobilientransaktionen für das laufende Jahr von 30 Mrd. Euro auf etwa 20 Mrd. Euro runter. Da der Mietmarkt von den derzeitigen heftigen Turbulenzen noch nicht betroffen ist, stellt dies für reine Bestandshalter zunächst noch kein großes Problem dar.

Laut Analystenschätzungen wurden durch Finanzinvestoren in den Jahren 2004 bis 2006 alleine in Deutschland Immobilien im Wert von 140 Mrd. Euro gekauft – meistens komplett über Schulden finanziert. Ein Großteil dieser Schulden wird laut Experten erst ab 2010 refinanziert, sollte aber ein Unternehmen zurzeit einen größeren Kredit verlängern müssen, würde dies teurer und das Unternehmen geht Pleite. Anders als zur Schwächeperiode 2002 und 2003 sind derzeit keine Trends absehbar und kalkulierbar. Durchhalteparolen sind fehl am Platz und ausländische Investoren, die heutzutage stärker am deutschen Markt aktiv sind, sind sehr viel abhängiger von der Refinanzierung als noch vor 6 Jahren. Kapital würde Ihnen abgezogen, weil diese Investoren derzeit nicht die geplanten Renditen erwirtschaften könnten. Ein weitaus kritischer Aspekt wäre auch, wenn Zinsen nicht mehr bedient werden könnten und Nachfinanzierungen nötig würden. Vor allem die Investmentbanken sind hier kaum noch zu Zugeständnissen bereit. Daraus entsteht Verkaufsdruck für die Investoren.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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