Vermieter können sich vor Reparaturen nicht drücken

5. November 2008 | von

Laut einem Urteil des Amtsgerichts Köln (Az.: 219 C70/07) können sich Vermieter vor Erhaltungsmaßnahmen an alten Holzfenstern nicht drücken. Das Gericht entschied, dass die Argumentation des Vermieters,  die im Laufe der Jahre eingetretende Verschlechterung der Wohnung sei für den Mieter absehbar gewesen, nicht gültig ist und er somit  die uralten Holzfenster instandsetzen müsse.

Dem Urteil ging eine Klage voraus, in der die Mieterin einer Wohnung, seit 1978 in dieser Einheit wohnhaft, ihren Vermieter aufforderte, den Zustand der Fenster zu erneuern. Dieser wies dies entscheidend zurück, eben mit dem Vermerk, dass die Mieterin bereits beim Einzug damit hätte rechnen müssen, dass sich der Zustand der Wohnung im Laufe der Jahre verschlechtern würde.

Außerdem argumentierte der Vermieter, dass die Frau eine Teilschuld mitträgt, da sie die Fenster nicht richtig geputzt habe und keinen Innenantstrich vorgenommen habe.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Vermieter gesetzlich dazu verpflichtet wäre, die Wohnung in einem vertragsgemäßen Zustand zu erhalten. Dieser Pflicht ist der Vermieter in diesem Fall nicht nachgekommen. Seine Argumentation schmetterten die Richter als Unsinn ab. So liege es auf der Hand, dass die Holzfenster irgendwann verfallen. Die dann nötige Instandhaltung wäre Sache des Vermieters und könne nicht auf den Mieter abgewälzt werden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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