Schutz vor Mietnomaden

6. November 2008 | von

Auch wenn es in Deutschland kein Massenphänomen darstellt: gerät man als Vermieter an sogenannte Einmietbetrüger bzw. Mietnomaden, kann das nicht selten den Ruin für den Hausbesitzer bedeuten. Solche Personen nisten sich in Wohnungen ein, zahlen nicht, hinterlassen Schulden und verschwindeen nach geraumer Zeit meist über Nacht auf Nimmerwiedersehen. Wie kann man sich also als Vermieter vor solchen Personen schützen?

Laut dem Deutschen Mieterbund sollte man sich nicht auf sein Bauchgefühl verlassen, sondern rationale Argumente gelten lassen. So weist der DMB daraufhin, sich Legitimationspapiere oder auch eine Schufa-Auskunft vorlegen zu lassen. Dies hilft zwar nicht zu 100 %, stellt aber immerhin eine hohe Hürde dar. Mittlerweile nehmen einige Vermieter sogar die Hilfe von professionellen Auskunfteien in Anspruch. Hierbei werden auf rund 40.000 – 50.000 Datensätze gespeicherter Mieter zurückgegriffen – ob das „schwarze Schaf“ darunter gelistet ist, bleibt aber abzuwarten. Ähnlich kritisch sieht dies auch der DMB in Berlin. So dürfen in solchen Datenbanken nur gerichtsbekannte Vermerke über Mieter gespeichert werden, somit also öffentlich zugängliche Daten, was die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Treffers bei mehr als 50 Millionen Mietern in Deutschland stark minimiert. Dies ist häufig verschwendetes Geld für den Vermieter.

Um Mietnomaden vorwegzukommen, arbeiten große Wohnungsbauunternehmen mittlerweile mit der sogenannten Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Außerdem empfiehlt sich, einen Einkommensnachweis vorzeigen zu lassen. Private Vermieter mit nur ein oder zwei Mieteinheiten sollten auf jeden Fall die erste Rate plus erste Miete abwarten, bevor es zur Schlüsselübergabe kommt. In jedem Fall gilt aber: keine Handschlaggeschäfte.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Schutz vor Mietnomaden

  1. Dies ist keine Rechtsberatung. In solchen Fällen sich am besten immer einen auf Mietrecht spezialisierten Fachanwalt beraten lassen. Auf Wunsch kann ich gerne einen empfehlen.
    Bin öffentlich bestellter und vereidigter Versteigerer. (die-auktionsprofis.de) Habe deshalb im Rahmen von Pfandversteigerungen, und darunter fallen auch Vermieterpfandrechte, mit dem Thema jetzt immer öfter zu tun. Wir werden dann eingeschaltet wenn der Mietschuldner durch den GV aus der Wohnung gesetzt wurde. Der Wohnungseigentümer machte sein Vermieterpfandrecht geltend und unsere Aufgabe besteht darin, das verwertbare Inventar öffentlich zu versteigern. Grundlage: die Aufbewahrung nach § 372 Satz 2 ist mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden. Den Verwertungserlös (Bargeldprinzip) hinterlegen wir beim AG. Aus Kostengründen geschieht die Versteigerung vor Ort. Diese Vorgehensweise ist für Vermieter fast immer günstiger als wenn der Gerichtsvollzieher die Räumung in Zusammenarbeit mit einer Spedition durchführt. Gerichtsvollzieher verlangt für die Zwangsräumung des Wohnungsinventares in der Regel einen bis zu 5 stelligen Vorschuß. Nutzt am Ende auch dem Mietschuldner, der ja in Konsequenz irgendwann einmal für seine Verbindlichkeiten gerade stehen muß. Gerichtsvollzieher sind derzeit vielbeschäftigte Menschen und können in vielen Bezirken deshalb nicht so schnell wie gewünscht agieren. Aufgrund der sich jetzt immer mehr häufenden Versteigerungsaufträge haben wir inzwischen ein Prozedere entwickelt, das uns erlaubt, solche Fälle im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zeitnah abzuwickeln. Dem Vermieter kommt es in erster Linie darauf an, so schnell als möglich wieder über seine Immobilie verfügen zu können. Jeder Monat Mietausfall kostet Geld.ACHTUNG WICHTIG: Pfandverwertungen dürfen lt. Gesetz nur durch GV, andere dafür zuständige Beamte oder öffentlich, bestellte vereidigte Versteigerer durchgeführt werden. Man sollte sich bei der Durchführung einer Zwangsräumung nach”Berliner Modell” genaustens an die gesetzlichen Bestimmungen halten. Ansonsten kann es teuer werden.

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