Angst vor explodierenden Mieten

1. Dezember 2008 | von

Die Angst des Berliner Bezirksbürgermeisters von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), vor steigenden Mietpreisen scheint berechtigt: Derzeit verzeichnet sein Bezirk Mietpreisexplosionen bei Neuvermietungen von bis zu 50 % – eine Ende dieser Preisspirale ist derzeit nicht abzusehen. Mit einem beherzten Brief hat er sich daher an den Berliner Senat gewendet und fordert ein Eingreifen seitens der Regierung in den aktuellen Trend, sonst würden viele „seiner“ Bewohner und Alteingesessenen vor existenziellen Problemen stehen.

Doch sowohl das bundesdeutsche Mietrecht als auch die aktuelle Rechtssprechung bieten faktisch keinen Handlungsspielraum, um dem Trend entgegenzuwirken. Daher fordert der Grünen-Politiker, Mietpreiserhöhungen bei Neuvermietungen generell auf den Mittelwert des Mietspiegels zu begrenzen. Auch die erlaubte Mietsteigerung ohne Wohnwertverbesserung ist Schulz ein unnützes Übel. Demnach könnten Mieten innerhalb von drei Jahren um bis zu 20 Prozent steigen.

Anders sieht dies die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer von der SPD. Ein Eingreifen der Politik wäre nicht von Nöten. So dokumentiere die Unterscheidung des Wohnungsmarktes in begehrte und weniger nachgefragte Lagen eine Normalisierung des Marktes: „Keiner kann und niemand muss Wohnungssuchenden garantieren, eine sanierte Stuckaltbauwohnung in bester Wilmersdorfer oder Prenzlauer-Berg-Lage für unter fünf Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zu finden.”




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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