Hypo Real: Aktienabsturz ein Fall für die Geschichtsbücher

8. Januar 2009 | von

Der Absturz der Aktie des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate ist ein Fall für die Geschichtsbücher. Am 29. September 2008 verlor das Papier trotz Rettung in letzter Sekunde 74 Prozent seines Wertes, insgesamt büßte die Aktie im vergangenen Jahr insgesamt 91 Prozent ein – ein beispielloser Absturz. Die Kurskapriolen blieben nicht ohne Folgen, die Aktie flog aus dem Dax und wird nun im MDax gelistet.

Dabei galt das Wertpapier Anfang des vergangenen Jahres noch als Geheimtipp im Dax, schließlich verneinte die HRE mögliche negative Wolken der US-Immobilienkrise auf ihr Geschäft. Doch die ersten dunklen Wolken zogen bald auf, als die HRE durch Verluste der Tochter Depfa 400 Millionen Euro abschreiben musste. Im September kam dann die Bank in derartige Schwierigkeiten, dass sie nur durch ein 50 Millionen Euro umfassendes Rettungspaket von Bund und Banken gerettet werden konnte. Weitere schlechte Nachrichten ließen nicht lange auf sich warten, Ende Oktober musste die Bank dann weitere 20 Milliarden Euro vom Finanzmarktstabilisierungsfonds in Anspruch nehmen.

Die Schieflage blieb nicht ohne Folgen, Konzernchef Funke und eine ganze Riege von Top-Managern mussten ihren Hut nehmen. Zudem will die Bank ihre Mitarbeiterzahl von 1800 auf 800 reduzieren und ihr Geschäft neu aufstellen. Ob diese Maßnahmen das verloren gegangene Vertrauen zurückbringen, bleibt allerdings abzuwarten.




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