Stirbt die Maklerprovision aus?

13. Januar 2009 | von

Ist er ein pfiffiger Geschäftsmann mit einem innovativen Geschäftsmodell oder ein „Judas“ seiner Branche, der alleine auf weiter Flur kämpfen wird?

Wo genau es für den Makler Harald Blumenauer und seinem Projekt iMakler hingeht, steht noch in den Sternen. Eines ist aber sicher: mit seiner Idee, anstelle der üblichen und althergebrachten Maklerprovision einen Festbetrag für vermittelte Immobilien zu verlangen, schüttet er ordentlich Öl ins Feuer – und erfährt massiven Gegenwind der Lobbyisten. In einem Interview mit Welt Online steht Blumenauer Rede und Antwort – auch zu seinen Zukunftsplänen.

Das Geschäftsmodell von Blumenauer klingt logisch und hat bereits erfolgreich die Maklerszene in Holland umgekrempelt – denn daher hat der Unternehmer seine Idee. Der Immobilienverkäufer zahlt an iMakler ein Fixum von 995 Euro, dafür erhält er bestimmte Leistungen, die zur Vermittlung an einen Käufer führen sollen. Inkludiert ist zum Beispiel die Marktwerteinschätzung des Objekts, das Schalten von Anzeigen, die Verhandlungsführung, Terminorganisation zur Besichtigung bis hin zum Abschluss des Kaufvertrages. Im Erfolgsfall wird keine Maklerprovision, wie üblich, fällig – weder auf Käufer -noch auf Verkäuferseite. Was so toll klingt hat auch einen Haken: Die 995 Euro müssen in jedem Fall gezahlt werden, egal, ob die Immobilie letztendlich an einen Käufer geht oder nicht. Traditionelle Makler werfen der Firma vor, dass dem Kunden für den zu erbringenden Festbetrag nur minimale Leistungen erbracht werden – hauptsächlich die Anzeigenschaltung.

Der Maklerverband IVD steht dem Geschäftsmodell mit äußerstem Argwohn entgegen. Es steht sogar ein Ausschlussverfahren gegen Blumenauer im Raum, da er aufgrund des Geschäftsmodells kein Makler mehr sei. Laut IVD sei es Maklern verboten, Dienstleistungen gegen Zahlung von Festbeträgen anzubieten. Einzig die Vereinbarung von Provisionen im Erfolgsfalle sei zulässig.

Als Gegenargument bringt Blumenauer an, dass der Begriff Makler nicht geschützt sei und alleinig der Maklervertrag eine erfolgsabhängige Vergütung beinhalten müsse. Diesen würde sein Unternehmen iMakler jedoch nicht mit den Kunden abschließen, sondern einen reinen Dienstleistungsvertrag.

Wie auch immer sich die Rechtslage auswirkt – für Wirbel in der Maklerwelt sorgen solche Modelle und Methoden allemal. Doch nicht der Makler entscheidet über die Entwicklung in der Branche – letztendlich ist es der Immobilienverkäufer, der bestimmen wird, welches Modell für ihn am Interessantesten ist – und Alternativen zur Maklerprovision sind immer gerngesehen für Endkunden, oder?




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Geld / Finanzierung, Immobilien kaufen, News abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Kommentare zu Stirbt die Maklerprovision aus?

  1. Pingback: Stirbt die Maklerprovision aus? - iMakler Presse

  2. Norman sagt:

    Imakler war ja vor einem halben Jahr ein grooßes Thema in der Printpresse. Seitdem hat man nicht mehr viel gehört…mal schauen ob noch was kommt. Warum nicht gleich NUR die Portale nutzen und den Kleinkram selber machen?

  3. Dexter sagt:

    Gebe Norman recht – vor einem halben Jahr war iMakler schon breit in der Presse unterwegs – seitdem ist es in der Tat ruhig geworden. Ich bin bloß gespannt darauf, wie sich imakler gegen die Lobby der Makler durchsetzen will. denn eines ist klar: alleine werden die Jungs das nicht schaffen, und ohne dicke Koop oder solvente Parnter…..naja. Und vergleichbare andere Seiten wie villavendo.de etc haben letztendlich nicht mehr als ein kleines Flämmchen am Lodern. So wird das nix. Was mich etwas sorgsam stimmt, ist, dass man egal ob eine erfolgreiche Vermittlung entsteht, so oder so zahlen muss – da definiere ich Dienstleistung anders. Sicherlich sind solche Modelle eine Bereicherung für Endnutzer, die profitieren vom Wettbewerb und vielleicht kann man sich ja zukünfitg auf ein Vergütungssatz in der Mitte einigen, der allen – also Maklern und Kunden -einen Mehrwert bietet. We´ll see :)

  4. immobilo_mb sagt:

    “Warum nicht gleich NUR die Portale nutzen und den Kleinkram selber machen?” – oder am besten gleich DIE Immobilien-Suchmaschine… 8)

  5. Sieffert sagt:

    Das alte Lied und ein ewiger Hick-Hack. Der Gesetzgeber versagt hier. Wir Makler brauen dringend eine vom Bundestag erlassene Honorarordnung. Die vier Paragraphen im BGB von 1913, die die Vermittlungstätigkeit des Maklers regeln, entsprechen schon lange nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit. Über 50 % der Maklertätigkeit sind Leerlauf, weil es leider immer wieder Kunden gibt, die die Gesetzeslücke schamlos ausnutzen und die Maklerdienstleistungen nicht honorieren wollen. O.K. eine Provision ist nur im Erfolgsfall fällig, bis dahin sollte der Makler jedoch für jeden Service eine konkrete Aufwandsentschädigung mit den Kunden vereinbaren, die vor der Leistung zu entrichten ist. Sonst sollte der Makler auf zeitraubende Besichtigungen, Beratungen und auf die Verfügungstellung von Unterlagen verzichten.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>