Die Top 10 der Verschwendung von Steuergeldern für Immobilienprojekte in 2008

15. Januar 2009 | von

Jahr für Jahr geben Bund, Länder und Gemeinden Steuergelder in Milliardenhöhe für Investitionen aus. Dabei ist nicht jede Anlage ein Glücksgriff. Der Bund der Steuerzahler listet alljährlich in seinem „Schwarzbuch“ die schlimmste Fälle von Verschwendung öffentlicher Gelder auf. Wir haben eine Übersicht mit den teuersten Fehlgriffen bei Immobilieninvestitionen erstellt.

Platz 10: Verwaltungsumzug in Chemnitz. Verschwendung: Rund 3 Mio. €
Die Stadtverwaltung Chemnitz wollte in die City ziehen, um Handel und Innenstadt zu stärken. Doch anstatt kostengünstig zwei leer stehende Bürogebäude zu nutzen, ließ die Stadtverwaltung Chemnitz einen Neubau errichten. Pro Jahr entstehen nun Mehrkosten von 142.000 Euro, insgesamt werden knapp 3 Millionen Euro fällig.

Platz 9: Darmstadtium: 3,1 Mio. € + x
Das insgesamt mit knapp 80 Millionen Euro Baukosten eh schon recht teure Kongress- und Wissenschaftszentrum ist für die Stadt ein Zuschussgeschäft. Für den überdimensionierten Bau werden Jahr für Jahr rund 3,1 Millionen Euro für den Betrieb benötigt.

Platz 8: Bewegungsbad Bad Schussenried: 3,1 Mio. €
Das 1996 fertiggestellte und 3,36 Millionen Euro teure Bewegungsbad wurde nie offiziell eröffnet, weil der Hauptmieter, eine Rheumaklinik, schließen musste. Nachdem jahrelang kein Nachmieter gefunden werden konnte, wurde der Bau nun für 226.000 Euro versteigert.

Platz 7: Rathausneubau Freudenberg: 4,4 Mio. €
Die Kosten des Neubaus stiegen von 4,6 auf knapp 9 Millionen, da diverse Kosten nicht eingerechnet wurden. Zwar zahlt ein privater Investor die Baukosten, die Stadt muss diese aber monatlich in Form von 27.000 Euro Miete zurückzahlen.

Platz 6: Maritimes Sicherheitszentrum im Cux-Hafen-Haus: 4,6 Mio. €
Das Maritime Sicherheitszentrum Cuxhaven sollte in das sogenannten „Cux-Hafen-Haus“ einziehen. Nach dem Erwerb und jahrelanger Sanierung wurde jedoch festgestellt, dass die Immobilie aus „wirtschaftlichen und funktionalen Gründen“ nicht geeignet sei.

Platz 5: Parkhaus Weilburg 4,5 Mio. €
Das völlig überflüssige, weil kaum genutzte Parkhaus kostete dem Steuerzahler schon für Grunderwerb und Bau knapp 4,5 Millionen Euro. Das zudem der Betrieb äußerst unrentabel ist, versteht sich von alleine…

Platz 4: Technologie- und Medienzentrum Erfurt: 10,7 Mio. €
Das Wirtschaftsministerium förderte einen Erweiterungsbau des „TMZ“ mit 10,7 Millionen Euro. Die Auslastung war schlecht, der Betrieb defizitär. 2006 ging die TMZ GmbH in Insolvenz, 2007 wurde der Geschäftsbetrieb eingestellt. Die Gebäude wurden verkauft, der Erlöse landeten in der Insolvenzmasse.

Platz 3: Dekorationswerkstätten der „Städtischen Bühnen Frankfurt“: 13,9 Mio. €
Statt eines Neubaus wurden die bestehenden Gebäude saniert, was letztendlich zu Mehrkosten von 13,9 Millionen Euro führte.

Platz 2: Snow-Fun-Park Wittenberg 15,9 Mio. € + x
Im Juni musste die insgesamt 75 Millionen Euro teure Hallenskipiste Insolvenz anmelden, da die angestrebten Nutzerzahlen nicht erreicht wurden und der Betrieb nicht kostendeckend lief. Der Landesrechnungshof prüft zudem, ob die Anlage überhaupt zu Recht gefördert wurde.

Platz 1: Fritz-Walter-Stadion. 23,7 Mio. € + x
Statt ursprünglich 48,3 Mio. Euro kostete der Ausbau zum WM-Stadion am Ende 72 Mio. Euro. Da sich der beheimatete 1.FCK als klamm erweist, müssen Stadt und Land Zuschüsse bei der Stadionmiete leisten.

Insgesamt belaufen sich die Kosten nur für diese 10 Objekte alleine auf insgesamt knapp 87.000.000 Euro.




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