Mehrkosten durch unterschiedliche Berechnung der Wohnfläche

20. Januar 2009 | von

Fehlerhafte Wohnflächenberechnungen sind ein immer wiederkehrendes Ärgernis für Mieter und Käufer, denn eine falsche Vermessung der Wohnung kann zu erheblichen Mehrkosten bei Miete und Kaufpreis führen. Wenig Abhilfe schafft dabei der Gesetzgeber: Mit der Wohnflächenverordnung und der DIN 277 existieren zwei Arten der Flächenberechnung, die durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.

An dem Problem hat sich auch nach der Novellierung der Wohnflächenverordnung (WoFlV) im Jahre 2004 nichts geändert, die durch moderne Techniken beim Hausbau notwendig wurde. Die WoFlV dient allein der Wohnflächenberechnung von Wohnungen auf Basis einer Bauzeichnung oder der Vermessung im fertiggestellten Wohnraum. Letztere sollte dabei favorisiert werden, schließlich weicht die fertige Wohnung nicht selten vom ursprünglichen Architektenplan ab. Dabei sollte der Mieter mit vor Ort sein und die Messung von einem Fachmann durchführen lassen, um eventuell auftretende Probleme gleich auf der Stelle lösen zu können. In der Wohnflächenverordnung wird zudem die Grundflächen von Wintergärten, Loggien oder Balkonen zumeist zu ¼ bis maximal zur Hälfte in die Wohnfläche einberechnet.

Die DIN 277 dagegen regelt die „Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“, wobei der Gesetzgeber vor allem Unternehmen einen gewissen Gestaltungsspielraum gewährt. Zwar werden mit der DIN 277 keine Wohn-, sondern Grundflächen, Funktions-, Verkehrs- und Nutzflächen ausgewiesen, worunter allerdings auch Gewerbeflächen fallen.

Wenn man beide Berechnungsarten jedoch auf ein- und dasselbe Einfamilienhaus anwenden würde, könnten Berechnungsunterschiede von bis zu 20 m² auftreten. So dürfen z.B. Kellerräume nach der WoFlV nicht der Wohnfläche zugeordnet werden, können aber nach der DIN 277 als Nutzfläche ausgewiesen werden. Gleiches gilt für Grundflächen von Dachschrägen. Nach DIN 277 werden diese komplett als Nutzfläche angegeben, während Dachschrägen zwischen 1 m und 2 m nach WoFlV nur zur Hälfte angerechnet werden und Flächen unter einem Meter Höhe gar nicht.




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