Qualität und Gemütlichkeit – aber nicht spießig

17. Februar 2009 | von

Dass Karl Lagerfeld die Inneneinrichtigung einiger Objekte in Hamburgs neuem Nobelviertel „Sophienterassen“ gestalten wird, war schon lange bekannt. Gestern eröffnete der Modezar nun einen Showroom mit seinen Designideen für das neue Quartier.

Die Sophienterassen sind eines der ambitioniertesten Projekte in der Hansestadt. Mehrere namhafte Architektenbüros lieferten die Entwürfe für das 340 Millionen Euro teure Projekt und eben jener Karl Lagerfeld, Sohn der Stadt und in dieser Gegend standesgemäß auf einer Privatschule ausgebildet, kümmert sich pressewirksam um einige Inneneinrichtungen. Und obwohl es sich dabei „nur“ um den Eingangs- und Loungebereich des Sophienpalais sowie das Interieur zweier Villen handelt (insgesamt sollen knapp 150 Wohnungen entstehen), war der Medienauflauf bei der Eröffnung des Showroomes der Sophienterassen enorm.

Natürlich ist ein wenig zweifelhaft, ob sich die Jounalisten hier wirklich für Einrichtungsdetails und Wohnaccessoires interessieren oder doch nur wegen Lagerfeld da sind. Die Art, wie die Pressemeute durch die Räume pflügt und hier und da ein Accessoire in die Tiefe reisst, lässt jedenfalls keine große Neugier an Möbeln und Dekorationsdetails erkennen. Immerhin gibt es Einblicke in Lagerfelds Einrichtungspräferenzen: er bevorzuge „Qualität, die Gemütlichkeit im guten Sinne des Wortes, nicht auf die spießige Art. Da ich immer nur an mich denke, werde ich das so machen, wie wenn ich darin leben müsste.“

„Hamburg ist das Tor zur Welt, und manchmal möchte ich dieses Tor durchschreiten“

Ein wenig kryptisch kommt Lagerfelds Liebeserklärung an seine Heimatstadt daher, sie trifft in Bezug auf die Sophieterrassen aber ironischerweise auf den Punkt, denn um in dieses Viertel zu kommen, muss man wohl auch durch ein Tor gehen. „Gated Community“ nennt man diesen Trend zum Einzäunen ganzer Stadtteile. Um diese zu betreten muss man erst an einem Kontrollposten vorbei, der darüber befindet, ob man nun des Zutritts würdig ist oder nicht. Denn eines ist klar: Wer sich in den Sophienterassen niederlässt, gehört nicht zum Fussvolk. Die Preise beginnen bei bereits recht gehobenen 5.000 Euro/m² und enden bei erklecklichen 15.000 Euro/m². Wer sich sowas leisten kann, bleibt auch gerne unter sich.

Sophienterassen – kein sozialer Wohnungsbau

Trotz Finanzkrise scheint das Interesse am ungestörten und noblen Wohnen ungebrochen. Nach Aussagen von Uwe Schmitz, CEO der Frankonia Eurobau AG, laufe der Vertrieb der Sophienterassen äusserst gut. „Die einzigartige Lage am Alsterufer sowie die überragende Qualität der Sophienterrassen auf dem Hamburger Markt für Premiumwohnen“ kommt gut an – der Rummel um Lagerfeld wird wohl seinen Teil dazu beigetragen haben.




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