Ungewöhnliche Immobilie: Wohnen wie die Urzeit-Menschen

18. Februar 2009 | von

So oder so ähnlich könnte die Anzeige in einem Immobilienportal aussehen: „Beim angebotenen Objekt handelt es sich um eine Wohnung im Souterrain eines Altbaus. Die Wohnung ist renovierungsbedürftig, verfügt über fließend Wasser, die Zimmeranzahl liegt zwischen 5 und 15, je nach Sichtweise. Der Boden besteht aus echtem Stein.“

Argwöhnische Zeitgenossen hätten wahrscheinlich bereits jetzt den Verdacht, daß mit der Wohnung wohl etwas nicht stimmen kann. Und tatsächlich: Die Immobilie, die da angeblich zum Verkauf steht, ist wirklich kein alltägliches Objekt – es ist eine Privathöhle.

Daß es sich dabei nicht nur um ein kleines Felsloch handelt, machen die Maße deutlich. Knapp 5000 m² Unterwelt sind da zu erwerben, inklusive eines eigenen Höhlensees, zumindest wenn es der Wasserstand hergibt. Auch die Pfeiler haben beeindruckende Ausmaße, aber an diesen Räumlichkeiten wurde anscheinend auch über hundert Jahre gewerkelt.

Die eigene Höhle – wozu eigentlich?

So eine eigene Höhle ist zwar schön und gut, nur was kann man eigentlich damit machen, außer sein Ego zu pflegen oder das urgeschichtliche Wohnen nachzustellen? Sich verstecken vielleicht, oder Stalagniten und Stalagtiten beim Zusammenwachsen beobachten, wenn man zu viel Zeit hat. Der Anbieter empfiehlt zudem eine Nutzung als Biohotel und Kurzone für Menschen mit Atemwegsproblemen. Ob die Luft da unten wirklich so gesund ist, kann aber wohl niemand so genau sagen.

Ach ja, und als Partyzone kann man die Höhle auch nutzen. Ob sich allerdings in Thüringens Hinterland genug Leute finden, die morbide genug sind, um in dunklen Höhlen Parties zu feiern, bleibt sicher abzuwarten, zumal sich im „Obergeschoss“ auch nur zwei renovierungsbedürftige Ferienhäuser befinden. Als schwierig könnte sich zudem die partytaugliche Ausleuchtung herausstellen, von der komplizierten Akustik der mit dicken Pfeilern gespickten Tanzfläche ganz zu schweigen.

Wen das Höhlenkonzept jetzt nicht ganz so überzeugt hat, bekommt im Kaufpaket zudem noch 7.600 m² oberirdisches Land mit Blick auf eine nahegelegene Burg dazu. Ach ja, 99.000 Euro soll der Spaß übrigens kosten, der Anbieter weißt aber sicherheitshalber darauf hin, daß man auch mehr zahlen darf. Na denn!




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