Ungewöhnliche Architektur: Kölner Kranhaus gewinnt Immobilien-Oscar

17. März 2009 | von

Während die Kölner heute bei einer Gedenkfeier den Opfern des Einsturzes des historischen Stadtarchivs gedenken, macht die Stadt schon wieder mit einem Gebäude – diesmal aber weitaus positivere – Schlagzeilen. Das „Kranhaus 1“ im Rheinauhafen gewann auf der Immobilienmesse „MIPIM“ in Cannes den Preis als Bürogebäude des Jahres.

Im Kölner Rheinauhafen entwickelt sich derzeit Spektakuläres. Seit über zehn Jahren wird der ehemalige Handelsplatz umgestaltet, ein modernes Dienstleistungs-, Büro- und Wohngebiet soll hier entstehen. Dafür wird alte Bausubstanz erhalten und saniert, neue Gebäude kommen hinzu und füllen die brachliegenden Lücken. Doch ein Projekt gilt hier als etwas ganz Besonderes, eines, das die alte Aufgabe des Hafens auf architektonische Weise mit der neuen Bestimmung verbindet: Die Kranhäuser.

Das dreiteilige Ensemble erhielt diesen Namen nicht durch den Volksmund, es heißt ganz offiziell so. Und natürlich steckt auch die Absicht dahinter, daß hier ganz automatisch Assoziationen entstehen. Die wuchtige Keilform, die schmale Stütze – fast sieht es so aus, als könne das Gebäude wirklich riesige Container in die Luft wuchten. Tatsächlich wird in den Objekten mit den schnörkellosen Namen „Kranhaus1“, „KranhausPLUS“ und „Pandion Vista“ nichts dergleichen passieren – sie dienen als Büro- und Wohngebäude. Pro Gebäude stehen jeweils knapp 16.000 m² Fläche zur Verfügung, im „Pandion Vista“ reicht das zum Beispiel für 133 Luxus-Appartements, der Quadratmeterpreis beträgt bis zu 8.000 Euro.

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Für einen der begehrten Preise auf der weltweit wichtigsten Immobilienmesse „MIPIM“ in Cannes stand mit dem „Kranhaus1“ eines der beiden Bürogebäude zur Auswahl. Um den Titel in der Sparte „Business Centre“ konkurrierten unter anderem auch das World Finance Center in Shanghai oder der Münchner Angerhof, durchgesetzt hat sich am Ende aber das Kölner Projekt. Die Abstimmung erfolgte demokratisch durch die Teilnehmer der Messe und nicht durch eine Jury im Hinterzimmer, was bei einer Messe mit Fachpublikum durchaus als Prestigeerfolg gewertet werden kann.

Bei der feierlichen Preisverleihung im Palais des Festivals war die Freude bei den Gewinnern dementsprechend groß. Architekt Hadi Teherani, der zusammen mit Winfried Siebers und Rainer Schulz von Projektentwickler „Development Partner“ den Preis entgegen nahm, fasste gerührt zusammen: „Der Award für das Kranhaus in Köln ist etwas ganz besonderes für mich.“

Trotz der schweren Tage nach dem Einsturz des Stadtarchives konnte sich auch der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma wieder freuen: „Das ist ein positives Signal für Köln – ich danke allen Beteiligten und wünsche mir für die nächsten Jahre weitere Projekte dieser Strahlkraft.“




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