Hausverlosung ist out, Dorf versteigern in

31. März 2009 | von

Nachdem das Verlosen von Häusern in Deutschland nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, suchen Immobilienbesitzer offenbar nach neuen Vermarktungsstrategien für schwer an den Mann zu bringende Häuser. Ganz vorn dabei: Der Verkauf ganzer „Dörfer“.

In der Wirtschaftskrise achten die Menschen darauf, ihr Geld möglichst zusammenzuhalten. Der Konsum wird eingeschränkt, größere Investitionen nach hinten verschoben. Auch wenn eine Untersuchung ergeben hat, daß die Mehrheit der Immobilieninteressierten weiterhin an ihren Kaufplänen festhalten will, ist der Hauskauf bei den meisten auf der Prioritätenliste ein paar Plätze nach hinten gerutscht.

Verkäufer von Immobilien haben es dementsprechend schwer. Und da es für Häuser keine Abwrackprämie gibt, müssen sich insbesondere Besitzer von Häusern, deren Standortbeschreibung nicht gerade als „Toplage“ durchgeht, besondere Vermarktungsstrategien einfallen lassen. Vorreiter in Deutschland war da ganz gewiss die geplante Verlosung eines Hauses in Baldham bei München. Doch was in anderen Ländern funktioniert, scheitert hierzulande am Glücksspielgesetz. Nachdem bereits Tausende Lose zu je 19 Euro verkauft wurden, stetzten die Behörden dem Treiben ein Ende – das staatliche Lotteriemonopol untersage privates Glücksspiel.

Nun folgt also die Versteigerung ganzer „Dörfer“. Diese entsprechen zwar nicht dem, was man sich gemeinhin unter einem Dorf vorstellt, haben aber rein rechtlich den Status einer Ortschaft – inklusive der Ortsschilder. Das sie, wie im Falle der Ortschaft Liebon, nur aus einem Haus bestehen, fällt dann erst auf den zweiten Blick auf.

Da hat Albertsberg, wie Liebon irgendwo im sächsischen Hinterland gelegen, schon deutlich mehr zu bieten, denn es besitzt gleich mehrere Häuser. Darunter befindet sich, neben drei immerhin vermieteten Wohnhäusern und einigen Wirtschaftsgebäuden, auch ein Sanatorium. Mieteinnahmen sind also erstmal gesichert, auch wenn der Zustand der Gebäude wohlwollend als „sanierungsbedürftig“ beschrieben wird. Der potentielle Interessent sollte also damit rechnen, daß neben dem Kaufpreis von mindestens 380.000 Euro noch ein paar Tausender investiert werden müssen, um sein Dorf auf Vordermann zu bringen.

Auf jeden Fall sollte das Haus irgendetwas Besonderes bieten. Das muss nicht mal eine aparte Einrichtung oder eine Top-Lage sein, es reicht schon eine aussergewöhnliche Geschichte. Als Inspiration könnte da der Verkauf eines Hauses in Bremen Nord dienen, das Drehort für einen ARD-Tatort war. Auch wenn es dann vielleicht nur für ein paar Sekunden im Film reicht, eine Schlagzeile ist es allemal wert – und Aufmerksamkeit garantiert.




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Ein Kommentar zu Hausverlosung ist out, Dorf versteigern in

  1. stef sagt:

    Liebe Leute, das Thema in Deutschland ist streitbar, denn mir leuchtet nicht ein, warum der deutsche Staat, der selbst jedes Jahr um die 8 Mio Euro Gewinn aus seinen Glückspielen macht, den kleineren Leuten das nicht erlaubt. Selbst wenn der Lotterieveranstalter daran Geld verdient, was ich nicht anrüchig finde, gewinnt doch jeder, der Hausverkäufer bekommt das Geld, was er braucht und der Markt im Moment nicht hergibt, der Gewinner und alle die Mitspielen haben zigfach bessere Gewinnchancen als in der Lotterie. Ich habe nun einen Vertrag mit einer englischen Immobilienfirma, die jetzt mein kleines Hotel legal in England und Österreich verlosen. romantikhotelverlosung.com. Viele Grüße, Stef

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