Wohnen im Gefängnis – es geht auch freiwillig

2. April 2009 | von

Die Geschmäcker beim Wohnen sind ja bekanntlich verschieden: Da gibt es welche, die haben es gerne opulent und farbig, während andere lieber spartanisch leben. Genauso ist es bei der Wahl des Immobilientyps: Von Höhlen bis zu Wohnwürfeln ist fast alles möglich. Für den ganz speziellen Geschmack hat die Hansestadt Hamburg derzeit etwas Außergewöhnliches im Angebot.

Normalerweise will ja wirklich niemand die Mauern eines Gefängnisses sehen, zumindest nicht von innen. Wer aber trotzdem schon immer mal wissen wollte, wie es sich denn in einem Knast wohnt, hat derzeit DIE Chance – und das sogar, ohne vorher eine Straftat zu begehen. Die I.C.M.E. GmbH bietet im Auftrag der Stadt Hamburg das Gebäude der ehemaligen Jugendarrestanstalt in Wandsbeck an.

Ehemaliges Gefängnis zu Verkaufen

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Schon heimelig: Das Gefängnisgebäude von der Straße aus gesehen. © I.C.M.E.

Insassen gibt es hier natürlich keine mehr, der über hundert Jahre alte und denkmalgeschützte Knast steht seit vielen Jahren leer. Dafür versprüht er immer noch den morbiden Charme, der seine vormalige Nutzung so mit sich brachte. Mit 6 m² eher klein geschnittene Räume, Gitter vor den Fenstern und eine spartanische Einrichtung lassen hier nur schwer eine Wohlfühlatmosphäre aufkommen. Falls hier wirklich jemand wohnen will, braucht er dafür schon eine ganz spezielle Ader.

Deshalb wird auch eher an eine kommerzielle Nutzung als Szeneclub, Hotel oder Ausstellungsstätte gedacht, wobei eine Verwendung für im Rotlichtmilieu angesiedelte Aktivitäten von vornherein ausgeschlossen ist. Sowas kommt in der Öffentlichkeit sowieso nicht wirklich gut an, wie FIA-Präsident Mosley kürzlich erfahren musste.
Das Gebäude hat auf jeden Fall einiges zu bieten. Da wären zum Beispiel die schmucke Optik, die netten Innenhöfe und das großzügige Platzangebot von über 1.300 m². Auch die zentrale Lage ist nicht zu verachten, der gute Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr und gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gehören zu den Pluspunkten. Von diesen guten Bedingungen hatten die Vornutzer des Gebäudes zwar nichts, aber hier wird ja auch niemand mehr eingesperrt.

Wer sich für das Gebäude interessiert: Die I.C.M.E hat ein chices Exposé (pdf) zusammengestellt und die Belluevue berichtet.




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Ein Kommentar zu Wohnen im Gefängnis – es geht auch freiwillig

  1. Carsten sagt:

    Ich würde gerne mal im knast verbringen mit anderen Leuten,
    was soll denn das gefängnisgebäude komplett kosten

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