Bodenhebung in Staufen beschädigt 167 Häuser

15. April 2009 | von

In der südbadischen Stadt Staufen geht derzeit die Angst um: eine wahrscheinlich durch Erdbohrungen verursachte Bodenhebung beschädigt immer größere Teile der historischen Altstadt. Viele Gebäude sind inzwischen stark beschädigt, das Rathaus muss demnächst evakuiert werden.

Die Katastrophe für Staufen verläuft im Zeitlupentempo und die Betroffenen können nur tatenlos zusehen, wie immer mehr Häuser beschädigt werden. Monat für Monat hebt sich der Boden auf einer Fläche von knapp 300 mal 300 Metern um einen Zentimeter, seit den Erdbohrungen im September 2007 sind es bereits 15 Zentimeter. Inzwischen sind die Schäden durch Hebungsrisse an 167 Gebäuden bereits so groß, daß sie abgestützt werden müssen und zum Teil einsturzbedroht sind.

Besonders betroffen ist das Rathaus der Stadt, das nun teilweise geräumt werden soll. Bürgermeister Michael Benitz erklärte, daß ein Evakuierungsplan erstellt wird, um einen stufenweisen Auszug vorzubereiten. Ironischerweise hat die Bodenhebung wohl auch ihren Ursprung im Rathaus, als dort 140 Meter tiefe Bohrungen für eine Erdwärmegewinnung durchgeführt wurden. Vermutlich wurde dabei eine Schicht Gipskeuper angebohrt, die durch eindringendes Grundwasser aufzuquellen begann. Eine Erkundungsbohrung in der Nähe des Rathauses brachte allerdings keine Aufklärung, stattdessen stiessen die Experten bereits nach neun Metern auf eine geologische Struktur, die sie erst in 120 Meter Tiefe erwartet hatten.

Für die betroffenen Bürger des „Staufen-Bergs“ steht allerdings nicht die Ursachenforschung, sondern die Zukunft ihrer Gebäude und der Schadenerstatz im Vordergrund. Die Stadt ist für Maßnahmen wie die Sicherung von Gebäuden, Probebohrungen und Vermessungen mit 1,1 Millionen Euro in Vorleistung getreten, für eine finanzielle Entlastung der Stadt wird aber eine Lösung auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene angestrebt.

Die Schäden an der historischen Altstadt schätzt Bürgermeister Benitz inzwischen auf einen „zweistelligen Millionenbetrag“, verdeutlicht aber gleichzeitig, daß bei den Bohrungenim Jahre 2007 alle notwendigen Prüfungen vorgenommen wurden.




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