Abwrackprämie bald auch für Häuser?

22. Mai 2009 | von

Für Gebäudesanierungen, die zu höherer Energieeffizienz und weniger CO2-Ausstoß führen sollen, hat die Bundesregierung bereits mehrere 100 Millionen Euro investiert. Doch sind diese Maßnahmen überhaupt sinnvoll? Der Geschäftsführer des Schleswig-Holsteiner Immobilienunternehmen Otto Stöben fordert jetzt Abriss statt Sanierung – und eine Abwrackprämie für alte Häuser.

Das größte Problem der zahlreichen nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten Häuser in Deutschland ist, dass sie den aktuellen energetischen Anforderungen nicht genügen. Oft führt auch eine aufwändige Sanierung nicht zu der gewünschten CO2-Einsparung. Es sei wenig sinnvoll, die Fassade zu erneuern, während das alte Mauerwerk bestehen bliebe, so Stöben. Deshalb fordert er eine Abwrackprämie für Häuser, die vor 1978 erbaut wurden und nicht unter Denkmalschutz stehen. Allein in Schleswig-Holstein treffe dies auf 80% aller Einfamilienhäuser zu.

Die Forderung nach einer Abwrackprämie für alte Häuser war auch schon von anderen Seiten zu hören: So hat auch die Deutsche Poroton in einer Pressemitteilung vom März 2009 erklärt, dass Neubau im Vergleich zu Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlicher und eine Abwrackprämie demnach sinnvoll sei. Auch die Dachverbände der Bau- und Wohnungswirtschaft sprechen sich für mehr Ersatzneubau aus.

Abgesehen vom erhöhten Energiebedarf sind alte Häuser auch demografisch nicht mehr zeitgemäß. So könnte man durch Neubauten den Ansprüchen der Mieter entgegenkommen und Wohneinheiten etwa auch an Singles oder Ältere anpassen.

Im Januar 2009 hatte der Bundesgerichtshof Eigentümern das Recht eingeräumt, ihren Mietern unter bestimmten Umständen zu kündigen, wenn ein Abriss als sinnvoller erachtet wird als eine Gebäudesanierung.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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