Demografischer Wandel: Neue Ansprüche an Immobilien

29. Mai 2009 | von

Die Deutschen werden weniger und vor allem älter. Schon bald könnten in einigen Regionen zahlreiche Wohnungen und Büros leerstehen. Die Immobilienwirtschaft muss sich den veränderten Bedingungen anpassen, damit Objekte nicht unvermittelbar werden. Einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zufolge werden bald vor allem altersgerechte Wohnungen auf der Agenda der Bauherren stehen.

Derzeit ist ein Fünftel der deutschen Bevölkerung über 65 Jahre alt. Im Jahr 2050 wird es ein Drittel sein. Diese Entwicklung wird zum einen eine sinkende Nachfrage im Bereich der Büroimmobilien zur Folge haben, weil nicht nur die Zahl der Bevölkerung insgesamt, sondern vor allem die der Erwerbstätigen sinkt. Alters- und behindertengerechte Wohnungen hingegen werden dringend nötig sein.

Das drei-Generationen-Modell, bei dem Vater, Mutter und Kinder sich mit den Großeltern ein Haus teilen, ist schon lange zur Ausnahmeerscheinung geworden. Auch Eltern und ihre erwachsenen Kinder wohnen in den seltensten Fällen unter einem Dach. Vielmehr leben sie oft so weit voneinander entfernt, dass eine Angehörigenversorgung schlicht unmöglich ist, wenn die Eltern pflegebedürftig werden sollten. Das bedeutet, dass nicht nur Wohnungen für ältere Menschen, sondern auch und vor allem Einrichtungen für stationäre Pflege erforderlich werden.

Obwohl man davon ausgehen kann, dass die Bevölkerungsprognosen zutreffen, ist es schwierig, die Zahl der Pflegebedürftigen einzuschätzen, die eng mit dem Fortschritt der medizinischen Möglichkeiten zusammenhängt. Denn natürlich steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, wenn die Menschen immer älter werden, allerdings wird der Gesundheitszustand im Alter im Allgemeinen besser. Vorrausichtlich werden laut IW im Jahr 2050 rund 11 Millionen Quadratmeter Fläche für die stationäre Pflege vonnöten sein. Und das ist nur der Wohnbedarf, Raum für Lager, Büros und für das Pflegepersonal sind dabei nicht berücksichtigt. Die Immobilienwirtschaft dürfte ihre Herausforderung für die kommenden Jahre also gefunden haben.

Die Ergebnisse der IW-Studie als pdf unter http://www.immobilienoekonomik.de/fileadmin/docs/immobilienoekonomik_01_2009.pdf




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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