St. Pauli: Es soll so bleiben, wie es ist

2. Juni 2009 | von

Schon längst ist der berühmt-berüchtigte Hamburger Stadtteil St.Pauli im Wandel. Tanzende Türme, neue Luxusquartiere und das nahende Ende der berühmten Esso-Tankstelle sind dabei nicht die ersten Vorboten für tiefgreifende Veränderungen. Schon seit Jahren steigen die Mieten und vertreiben so Teile der angestammten Einwohnerschaft – was nun mit einer „sozialen Erhaltensverordnung“ verhindert werden soll.

Die mit den Stimmen der rot-grünen Mehrheit im Bezirk Hamburg-Mitte verabschiedete Verordnung soll vor allem weiteren erheblichen Mietsteigerungen einen Riegel vorschieben. Dazu sollen Mietpreisobergrenzen festgelegt werden, außerdem ist eine Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnung nicht ohne Auflagen und Zustimmung möglich.

Fönwelle statt Irokesenschnitt?

In dem für seine vielfältige Einwohnerschaft bekannten Stadtteil sind schon seit längerem Gentrifizierungsprozesse im Gange. Vor allem durch seine attraktive innerstädtische Lage wird St.Pauli für wohlhabendere Schichten interessant, was zu wachsender Wohnungsnachfrage und steigenden Mieten führt – die sich viele der angestammten Einwohner nicht mehr leisten können. Der Charme des bunten St.Pauli droht verlorenzugehen.

Grund genug für Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD), der drohenden Yuppiesierung einen Riegel vorzuschieben: „Ein Stadtteil nur mit Reichen ist langweilig. Ein Stadtteil, der eine Mischung hat wie St. Pauli – Vergnügen und Wohnen – das ist ein toller Stadtteil“, so Schreiber im Gespräch mit dem Radiosender NDR 90,3.

Die „sozialen Erhaltensverordnung“ tritt allerdings erst in eineinhalb Jahren in Kraft. Bis dahin haben Vermieter noch genügend Zeit, an der Preisschraube zu drehen.




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