Bundesregierung sieht keinen Wohnungsnotstand in Deutschland

5. Juni 2009 | von

Während in Städten wie München oder Hamburg die Wohnungssuche zunehmend einer Lotterie gleicht und sich der Wohnungsneubau in Deutschland weiterhin auf ungebremster Talfahrt befindet, stellt die Bundesregierung in ihrem ersten „Bericht zur Lage und Entwicklung der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland“ keine Probleme bei der Wohnraumversorgung fest. Besser noch: Die Immobilienbranche ist ein Stabilitätsfaktor in der Krise.

Mit gerade mal noch 200.000 fertiggestellten Wohnungsneubauten erreichte der Wohnungsneubau in Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Tiefstand, die Mieterverbände warnen vor Wohnungsengpässen und fordern eine Förderung von Neubau – doch Bundesbauminister Tiefensee (SPD) sieht noch keine Probleme auf dem Wohnungsmarkt. Zwar sei der Wohnungsneubau derzeit „an der Untergrenze des nachhaltigen Bedarfs“ und man werde die Entwicklung „im Auge behalten“, dennoch gebe es derzeit keinen politischen Handlungsbedarf, so der Minister weiter. Dennoch dürfe es nicht zu einem Unterangebot an Wohnungen und dadurch steigenden Mieten kommen.

Investititonen vor allem in Bestandsimmobilien

Statt in den Neubau von Wohnungen werde derzeit vor allem in den Bestand investiert. Insbesondere die energetische Sanierung zum Wohle des Klimas sowie der dem demographischen Wandel geschuldeten steigenden Bedarfs an altersgerechten Wohnungen stehen derzeit hoch im Investitions-Kurs.

Diese werden zudem immer häufiger von ausländischen Investoren getätigt. Alleine zwischen 2004 und 2008 seien eine Million Wohnungen von ausländischen Investoren gekauft worden, so Tiefensee. Auch weil es sich dabei um zum Teil auf Rendite getrimmte Finanzinvestoren handelt, werde man die Entwicklung sowie mögliche „negative Auswirkungen auf Wohnungsmarkt und Stadtentwicklung“ genau beobachten.

Stabilisierender Faktor in der Krise

Tiefensee lobt die Immobilienbranche als „stabilisierenden Faktor“ in der weltweiten Wirtschaftskrise, die zudem einen wichtigen Beitrag für die deutsche Wirtschaft leiste. Dank der in Deutschland weit verbreiteten Finanzierungsinstrumente wie Festzinshypotheken oder Bausparen gab es im Gegensatz zu den USA auch kein Preis- oder Spekulationsblasen.




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