Siedlungen der Berliner Moderne sind jetzt offiziell Weltkulturerbe

10. Juni 2009 | von

Auf der Liste stehen sie schon seit fast einem Jahr, doch jetzt ist es amtlich: Sechs Siedlungen der Berliner Moderne gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Am 7. Juni, dem Welterbetag, wurde im Roten Rathaus die Urkunde an Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) überreicht.

Davon, dass die Eigentümer der Siedlungen in der Vergangenheit vorbildlich mit ihnen umgegangen sind, profitiert jetzt die ganze Hauptstadt. Ohne den Einsatz der Deutsche Wohnen Gruppe, Pirelli RE und der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG. wären die Siedlungen wohl gar nicht erst zum Welterben nominiert worden.

Jetzt sind die Gartenstadt Falkenberg in Treptow, die Hufeisensiedlung Britz in Neukölln, die Ringsiedlung Siemensstadt in Charlottenburg / Spandau, die Siedlung Schillerpark in Wedding, die Weiße Stadt in Reinickendorf sowie die Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg also Welterbe und stehen als „dauerhaft bewahrenswerte Kulturstätten” unter besonderem Schutz.

Was haben die Hauptstadt und die Bewohner nun konket von ihrem neuen Weltkulturerbestatus? Tatsächlich ist diese Auszeichnung mehr als eine Würdigung in Papierform. Für Welterbestätten gibt es ein Förderprogramm der Bundesregierung, aus dem jetzt für drei der sechs Siedlungen finanzielle Unterstützung beantragt worden ist, die vor allem der vollständigen Sanierung zugutekommen soll.

Die Siedlungen der Berliner Moderne stammen aus den zwei Jahrzehnten nach dem Ersten Weltkrieg, größtenteils aus den zwanziger Jahren, und repräsentieren laut UNESCO “einen neuen Typus des sozialen Wohnungsbaus”. Aufgrund akuten Wohnungsmangels entstanden zu dieser Zeit Baugenossenschaften, die keine kommerziellen Ziele verfolgten, sondern ausreichenden und günstigen Wohnraum schaffen wollten, ohne dabei am Niveau der Architektur und der Ausstattung, und somit letztlich am Lebensstandard der Bewohner zu sparen. Diese neue Art des Wohnungsbaus hatte Erfolg und wurde wegweisend für das ganze Jahrhundert.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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