Staatshilfen: Neue Hoffnung für Arcandor

15. Juni 2009 | von

Aller guten Dinge sind drei – vielleicht sogar für Arcandor. Nach zwei gescheiterten Anträgen auf Staatshilfen rücken diese nun dank der Insolvenz in greifbare Nähe. Obwohl nach wie vor Übernahmeangebote vorliegen, will die Geschäftsleitung den Konzern als Ganzes erhalten. Mit einem Kredit wäre dieses Vorhaben durchaus aussichtsreich.

Zweimal sind sie gescheitert, dann kam die Insolvenz. Jetzt könnte Arcandor doch noch finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen – in Form eines Massekredits. Dabei handelt es sich um ein kurzfristiges Notdarlehen für insolvente oder insolvenzgefährdete Unternehmen, welches der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs dient. Bei Genehmigung könnte der Kredit durch eine Bürgschaft des Bundes abgesichert werden. Einen Antrag auf einen Kredit hat Arcandor bisher nicht gestellt. Die Regierung schließt diesmal aber keineswegs aus, ihn zu gewähren.

Den Sanierungsplan zur Rettung von Arcandor hat Vorstandsvorsitzender Karl-Gerhard Eick schon im April vorgestellt, jetzt soll das zusammen mit dem Generalbevollmächtigten Horst Piepenburg erarbeitete Konzept auch umgesetzt werden. Demnach werden rund ein Viertel aller Arbeitsplätze gestrichen, dafür will der Konzern wieder Profit machen, indem er den Schwerpunkt auf die gewinnbringenden Bereiche von Karstadt und Primondo legt. Da besonders das mittlere Preissegment von Interesse sei, sollen Edel-Warenhäuser wie das Münchener Oberpollinger oder das KaDeWe in Berlin ausgegliedert werden. Zudem sollen durch einen gemeinsamen Einkauf von Warenhäusern und Versandhandel zukünftig Einsparungen in Millionenhöhe erreicht werden.

Nach wie vor setzt Arcandor alles daran, eine Zerschlagung des Warenhauskonzerns zu verhindern. Während Metro weiterhin eine Übernahme von Karstadt und die Gründung einer Warenhaus AG anstrebt, betont Eick, dass der Konzern als Ganzes erhalten bleiben soll. Metro will 60 der 90 Karstadt-Filialen übernehmen und in das System der Kaufhof-Filialen einbeziehen. Weitere Interessenten und Gesprächspartner seien Otto und REWE.

Die Bundesregierung hatte zwei Anträge auf Staatshilfen abgelehnt, weswegen Arcandor am Dienstag letzter Woche einen Insolvenzantrag gestellt hat. Der Konzern sei nicht aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise in die roten Zahlen geraten, sondern aufgrund jahrelangen Mismanagements. Dafür könne der Staat und letztlich der Bürger nicht einstehen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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