Berlin: Offizieller Mietspiegel oder Marktmietspiegel – das ist hier die Frage

17. Juni 2009 | von

Der neue Berliner Mietspiegel ist kaum eine Woche auf dem Markt und schon ist er nach Ansicht des Maklerverbandes IVD Berlin-Brandenburg e.V. inakkurat und veraltet. Grund genug für die Makler, einen eigenen Marktmietspiegel herauszubringen – um die vom offiziellen Mietspiegel abweichenden und vor allem höheren Mietpreise bei Neuvermietungen zu erklären.

Lange wurde um den neuen Berliner Mietspiegel gerungen, bis schließlich auch die Mieterverbände das Werk unterzeichneten. Konsens allerseits, was die ortsüblichen Mieten angeht? Weit gefehlt – der Senat hat die Rechnung scheinbar ohne die Berliner Makler gemacht. Diese wurden nach Veröffentlichung des Mietspiegels vermehrt von Wohnungsinteressenten auf die frappierende Differenz zwischen den Angaben des Mietspiegels und den Neuabschlussmieten aufmerksam gemacht. Teilweise liegen diese sich um bis zu 20 Prozent über den offiziellen Werten des Mietspiegels. Schuld an der Konfusion trägt nach Ansicht der Makler der Mietspiegel, schließlich sei der weder aktuell noch gebe er das Marktgeschehen wieder.

„Viele Veröffentlichungen suggerieren dem Verbraucher ein falsches Bild des Berliner Mietmarktes, da sie nur Angebotsmieten erfassen, also darstellen, für welche Miete eine Wohnung auf dem Markt angeboten wurde und nicht zu welchem Mietpreis tatsächlich ein Abschluss erfolgte. Darüber hinaus hat der Berliner Mietspiegel 2009 seinen Stichtag am 01.10.2008 – d.h. Aktualität ist hier nicht wirklich gegeben“, kritisiert der Vorsitzende des IVD Berlin-Brandenburg e.V., Dirk Wohltorf in einer Pressemitteilung.

IVD veröffentlicht eigenen „Marktmietspiegel“

Mit dem „Marktmietspiegel für Geschossbauwohnungen in Berlin“ wähnt der Maklerverband die hilfreichere Publikation aus seiner Feder. Einerseits sei er mit dem Stichtag 01.06.2009 deutlich aktueller, andererseits gebe er einen „umfassenden Überblick über das Geschehen am Mietwohnungsmarkt in Berlin“ mit den „tatsächlich im Markt erzielten Neuabschlussmieten“.

Auch an der Kategorisierung der Wohnlagen in „einfach – mittel – gut“ lässt der IVD kein gutes Haar, schließlich könne sich in Berlin die Wohnlage selbst in einer einzigen Straße erheblich unterscheiden. Mit einer Ausdifferenzierung mit nicht weniger als sechs Kriterien will der IVD die bessere Wohnlagenübersicht bieten.




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3 Kommentare zu Berlin: Offizieller Mietspiegel oder Marktmietspiegel – das ist hier die Frage

  1. Dennis sagt:

    Ich kann dem IVD nicht ganz folgen, gerade bei der Neuvermietung spielt der Mietspiegel doch eine untergeordnete Rolle!? Die Neumieten dürfen bis zu 20% über der ortsüblichen Vergleichsmiete (Mietspiegel) liegen. Das sich der Senat auf Daten stützt, die schon ein halbes Jahr alt sind, ist in der Tat kein gutes Zeugnis für die Stadt.

  2. Pingback: Berliner Mietspiegel vs. Marktmietspiegel des IVD | Hausverwaltung Blog

  3. Ich habe mir erlaubt das Thema aufzugreifen und euch einfach mal meine Meinung kundzutun. Oben geht es zu meinem Beitrag :-)

    Dennis

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