Mehr Gesetze für weniger Energieverbrauch

2. Juli 2009 | von

Pünktlich zum 1.Juli trat wieder eine ganze Reihe neuer Gesetze in Kraft: Vieles hat sich geändert, von mehr Geld für Rentner und Hartz IV-Empfänger bis zu günstigeren Handy-Telefonaten ins Ausland. Auch im Immobiliensektor hat sich etwas getan: Der Energieausweis ist jetzt nicht mehr nur für Wohnhäuser, sondern auch für alle anderen Gebäude Pflicht. Und das war noch nicht das letzte Energiegesetz für dieses Jahr.

Der Energieausweis für Nichtwohngebäude dürfte in der nächsten Zeit ein heißbegehrtes Stück werden: Seit gestern ist er Pflicht für alle öffentlichen Gebäude sowie für private Nichtwohngebäude, die vermietet, verpachtet oder verkauft werden sollen. Laut einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) hatten allerdings kurz vor Inkrafttreten des Gesetzes rund drei Viertel der öffentlichen Gebäude immer noch keinen Energieausweis. Auch von den gewerblichen Nichtwohngebäuden konnten ihn nur 35 Prozent vorweisen.

Der Energieausweis gibt Auskunft über den energetischen Standard des betreffenden Gebäudes. So können die Energiekosten genauer kalkuliert werden, ein wichtiger Faktor bei Miete oder Kauf eines Objektes.

Schon bald könnten diese Berechnung niedrigere Energiekosten zum Ergebnis haben, denn die Gesetzemacher schlafen nicht: In drei Monaten, am 1. Oktober, tritt die neue Energiesparverordnung (EnEV 2009) in Kraft, die für alle Bauprojekte gilt, die nach dem 31. September beantragt werden. Das bedeutet, dass sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen oder Ausbauten an Bestandsgebäuden die Anforderungen an den Primärenergiebedarf um durchschnittlich 30 Prozent, die an die Wärmedämmung um 15 Prozent verschärft werden. Aber auch Eigentümer von Wohngebäuden, die eigentlich keine Änderungen planen, müssen unter Umständen aktiv werden: in Gebäuden mit mehr als fünf Wohnungen muss der Betrieb von Nachtspeicherheizungen eingestellt werden, wenn diese älter als 30 Jahre sind. Ab 2011 ist außerdem eine Dämmung von Dächern bzw Obergeschossdecken Pflicht.

Vorbildliche Bauherren können natürlich auch jetzt schon gemäß den neuen Standards bauen. Diejenigen, denen die bisherigen Vorschriften doch lieber sind, sollten sich hingegen beeilen und noch vor Ende September den Bauantrag stellen – damit das Telefon ein chices Dach bekommt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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