Fondsmarkt schrumpf zusammen

6. Juli 2009 | von

Taxi-Fonds, Sünden-Fonds und Knast-Fonds: Vor der Krise konnte man in die skurrilsten Dinge investieren. Auch bei den großen Fondsanbietern wucherte das Angebot an Investmentfonds. Inzwischen dampfen diese allerdings ihr Angebot zusammen – auch Immobilienfonds sind betroffen.

Galt die Schließung eines Fonds in den Zeiten vor der Krise noch als dunkler Fleck auf der weißen Weste und war alles andere als förderlich fürs Image, machen inzwischen immer mehr Fondsanbieter einen Schnitt und wollen Ihr Angebot durch Schließen und Zusammenlegen von Fondsangeboten straffen. Die DWS Investments, Deutschlands größte Gesellschaft für Publikumsfonds, will alleine bis zur Mitte kommenden Jahres knapp 100 Fonds schließen oder mit anderen zusammenlegen. Selbst die Fondsgesellschaft der Sparkassen wird ihr Angebot zusammenstauchen. Es ist geplant, vier große Immobilienfonds mit ingesamt 14,8 Milliarden Euro Vermögen in zwei Fonds zusammenzufassen.

Die Gründe für Fusionen und Schließung der Angebote sind vielfältig. So wurden im Zuge der Finanzkrise Gelder in Milliardenhöhe abgezogen, weshalb einige Fonds kurzzeitig geschlossen wurden. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland zogen die Anleger im Jahr 2008 insgesamt knapp 28 Milliarden Euro aus den Publikumsfonds ab.

Andererseits hält sich das Anlegerinteresse seit geraumer Zeit in engeren Grenzen. Zwar können einige Fonds inzwischen wieder erkleckliche Summen einsammeln, dennoch sind die Anleger vorsichtiger geworden.
Die Anleger selber können nichts gegen die Schließung oder Fusion ihrer Fonds unternehmen. Lediglich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht muss dem Vorhaben zustimmen – was sie bei einer Fusion denn auch zumeist tut, es sei denn, die Ziele der Fonds unterscheiden sich zu stark.




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