Bauminister Tiefensee prämiert erfolgreiche Sanierung von Großwohnsiedlungen

17. Juli 2009 | von

Großwohnsiedlungen gelten in den meisten Städten nicht gerade als Vorzeigeviertel. In den dicht gedrängten Wohnsilos gehen günstige Mieten oft mit sozialen Problemen einher – von der Bausubstanz mal ganz abgesehen. Die hat in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts gelitten und auch die energetischen Standards entsprechen nicht mehr heutigem Niveau. Anlass genug, einen Preis für die vorbildliche „energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage von integrierten Stadtteilentwicklungskonzepten“ zu vergeben. Diese Woche wurden die Sieger gekürt.

Der von Bundesbauminister Tiefensee (SPD) ausgerufene Wettbewerb befasste sich daher vorrangig mit der Sanierung von Großwohnsiedlungen unter energetischen Aspekten. Gerade diese sind nach Ansicht des Ministers „hervorragend geeignet, die erheblichen Energieeinsparpotenziale im Gebäudebereich schnell und effizient zu nutzen“, schließlich können hier oft tausende Wohnungen, zumeist bereits einige Jahrzente alt und damit oft alles andere als gut gedämmt, auf einen zeitgemäßen energetischen Stand gebracht werden. Das Ministerium beziffert die Einsparpotentiale für Energie bei unsanierten Gebäuden auf bis zu 50 Prozent. Nach einer Sanierung lassen sich so pro Quadratmeter bis zu 100 kwh Energie sparen – bei ständig steigenden Energiepreisen nicht das schlechteste Argument. Aber nicht nur das Portemonnaie könnte davon profitieren. Mit einer jährlichen Einsparung von 4 Tonnen CO2 pro Wohnung hätte auch die Umwelt etwas davon.

Was für eine einzelne Wohnung bereits beeindruckend klingt, bekommt angesichts der Tatsache, dass 7,5 Prozent aller Wohnungen in Deutschland mit ingesamt fünf Millionen Bewohnern zu den Großsiedlungen gehören, noch ganz andere Dimensionen.

Ganz nebenbei bietet sich auch die Chance, Einfluss auf die Stadtteilentwicklung zu nehmen. Rückbau und Neugestaltung können angestaubten Vierteln neues Leben einhauchen – dazu muss aber mehr investiert werden als eine neue Fassadenfarbe. Tiefensee forderte deshalb, die „Bewohner und Bewohnerinnen aktiv in die Umgestaltung ihres Quartiers“ einzubeziehen.

Kein Wunder, daß sich auch der Präsident des Mieterbundes, Dr. Franz-Georg Rips, begeistert zeigt: „Der von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee ausgerufene Wettbewerb ist ein Quantensprung in der öffentlichen Förderpolitik. Es geht nicht mehr nur um einzelne Gebäude, es geht um ganze Siedlungen. Öffentliche Förderung erfährt damit mehr Zielgenauigkeit und mehr Effektivität.“

Ingesamt wurden für den mit 2,2 Millionen Euro dotierten Wettbewerb 76 Konzepte eingereicht. Den ersten Platz teilten sich fünf Wohnungsgenossenschaften:

- GESOBAU AG Berlin für das Konzeptgebiet Märkisches Viertel
– Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden eG für das Konzeptgebiet Gorbitz
– VOLKSWOHNUNG GmbH Karlsruhe für das Konzeptgebiet Rintheimer Feld
– wbg Nürnberg GmbH für das Konzeptgebiet Parkwohnanlage West und
– Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH für das Konzeptgebiet Stadtfeld




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