Immobilienwirtschaft: wichtiger als Maschinenbau und Autoindustrie?

28. Juli 2009 | von

Automobilbau? Schon wichtig, ja. Maschinenbau? Auch wichtig, aber nicht so wichtig wie die deutsche Bau- und Immobilienwirtschaft: Nach einer aktuellen Studie gehört diese mit einer Bruttowertschöpfung von 390 Milliarden Euro zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsfaktoren in Deutschland.

Selbst wenn der Baubereich außen vor gelassen und nur noch der Kernbereich der Immobilienwirtschaft mit Vermietern, Maklern und Verwaltern betrachtet wird, beläuft sich die Wertschöpfung nach der „Studie zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Immobilienwirtschaft“ der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif), dem Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV), der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und weiteren Verbänden und Institutionen auf knapp 150 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Maschinenbau und Automobilindustrie kommen den Angaben zufolge jeweils auf circa 85 Milliarden Euro. Rund 707.000 Unternehmen mit knapp 3,8 Millionen Beschäftigten machen die Immobilienwirtschaft zudem zu einem der größten Wirtschaftszweige in Deutschland. Auch die Wachstumsraten sind beeindruckend: Seit 1991 legte die jährliche Wertschöpfung der Branche um 148 Milliarden Euro zu. Betrug sie kurz nach der Wende noch 242 Milliarden Euro, waren es 2006 bereits 390 Milliarden.

Doch nicht nur die schiere Größe zeichnet dem Gutachten zufolge die Immobilienwirtschaft aus. In Zeiten der Krise wirke sie hierzulande als stabilisierender Faktor. Durch Festzinsen und eine hohe Eigenkapitalquote bleiben die Immobilienpreise in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern relativ stabil – es gab keinen Preisboom und daher auch kein Platzen einer Immobilienblase. Auch die Wohnstruktur in Deutschland ist durch einen hohen Anteil an Mietern anders als in den USA oder Großbritannien. So müsste man nicht zwingend einen hohen Kredit aufnehmen, um eine schöne Wohnung zu finden.

Die Immobilienwirtschaft hofft, durch die beeindruckenden Zahlen der Studie „die Bedeutung der Immobilienwirtschaft in der öffentlichen Wahrnehmung zu erhöhen“, so der Ehrenpräsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), Eckart John von Freyend zum Handelsblatt.

Link: Zur Studie der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung.




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