Türen und Fenster gehen nicht richtig auf oder nicht richtig zu, der Boden ist schief, ständig entstehen neue Risse, die Gebäude drohen einzustürzen - in Staufen richtet eine Erderhebung seit 2007 Schäden an, die die Stadt im Breisgau allein nicht stemmen kann. Jetzt wurde ihr Unterstützung von der Landesregierung zugesagt - doch damit sind noch lange nicht alle Probleme gelöst.

Staufen: riesige Mauerrisse wegen Erdhebung. Foto: Screenshot SWR
Auf gut 90.000 Quadratmetern hat sich die Erde seit 2007 um fast 20 Zentimeter angehoben, und ein Ende ist nicht abzusehen: jeden Monat wächst die Erhebung um rund einen Zentimeter. Dass die Katastrophe den Tourismus anzukurbeln scheint, ist für die Betroffenen wohl ein schwacher Trost, denn ihre Gebäude sind praktisch wertlos geworden, die dringend notwendigen, aber nicht minder teuren Renovierungen können sich die meisten nicht leisten. Es müssen Erkundungsbohrungen durchgeführt werden, bei vielen Gebäuden wird sich ein Abriss nicht vermeiden lassen - im Grunde steht die Sanierung einer kompletten Stadt an.
Am Sonntag hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) den Ort des Geschehens besichtigt und will dem knapp 8000 Einwohner-Städtchen jetzt mit mehreren Millionen Euro unter die Arme greifen. Das ist sicher eine Erleichterung für die Staufener, doch zurzeit ist die finanzielle Hilfe nur ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Die erste und wichtigste Aufgabe besteht darin, die Erderhebung zu stoppen, vorher wären alle Renovierungen sinnlos. Wann und wie das geschehen soll, ist noch völlig unklar. Bis die Ursache eindeutig geklärt ist, kann man sich leider nur auf eins verlassen: Die Erde hebt sich weiter.





