Rettung gescheitert: Arcandor steht vor der Zerschlagung

13. August 2009 | von

Das Drama um Arcandor scheint endgültig ein Ende zu haben: Nach einer schier unendlichen Kette von Negativschlagzeilen und zwischenzeitlich aufkommenden Hoffnungsschimmern steht der Handelskonzern jetzt endgültig vor dem Aus. Das rettende Wunder in Form eines zahlungskräftigen Investors müsste bis Samstag geschehen, sonst stehen die Zerschlagung und Stellenabbau auf dem Programm.

Am 1.März wechselte Karl-Gerhard Eick von der Deutschen Telekom in den Vorstand von Arcandor. Seitdem ging schief, was nur schief gehen konnte: Staatshilfen wurden verwehrt, die Insolvenz folgte, die Suche nach Investoren lief ins Leere, der Rettungsplan scheiterte, die Geldgeber gaben kein Geld mehr. Jetzt tritt wohl doch ein, was unbedingt verhindert werden sollte: Der Konzern wird zerschlagen.

Die Suche nach Investoren war lang – und erfolglos. Wie am Mittwoch bekannt wurde, sollen Karstadt und Primondo einzeln verkauft werden, wenn bis Ende der Woche nicht doch noch ein Investor für den ganzen Konzern gefunden wird. Doch selbst wenn sich zumindest die Suche nach Investoren für die Tochterunternehmen erfolgreich gestalten sollte, heißt das noch lange nicht, dass der Spuk vorbei ist und alle Beteiligten aufatmen können – denn selbst mit neuem Investor müssen sowohl Karstadt- als auch Quelle-Beschäftigte damit rechnen, ihren Job zu verlieren.

Über Karstadt schwebt noch immer derselbe Name wie schon seit Monaten – Metro. Nach wie vor steht die Option, dass 60 der 90 Karstadt-Filialen von dem Handelskonzern übernommen und mit dessen Kaufhauskette Kaufhof zusammengelegt werden. Wie viele Stellen bei Karstadt davon tatsächlich bedroht wären, lässt sich nicht genau sagen. Die Arcandor-Tochter Quelle, die zu Primondo gehört, geht unterdessen fest davon aus, dass sich ein massiver Stellenabbau nicht vermeiden lässt. Zwar wurde dem Versandhaus im Juli ein Massekredit gewährt, doch ohne einen Investor sieht es für Unternehmenssanierung wohl düster aus. Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg will noch heute nach Fürth reisen, um den Quelle-Beschäftigten die drohenden Kürzungen bekanntzugeben. Allein in Nürnberg drohen 1500 Arbeitsplätze wegzufallen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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