Unterschiedliche Entwicklung bei Strom- und Gaspreisen

2. September 2009 | von

Ein undurchschaubares Netz von Oligopolen und Abhängigkeiten macht die Entwicklung der Strom- und Gaspreise seit Jahren zu einer unberechenbaren Angelegenheit. Verbraucherschützer beanstanden vor allem den mangelnden Wettbewerb, der Energie langsam zu einem von marktwirtschaftlichen Mechanismen abgekoppelten Luxusgut werden lässt. Doch während die Kosten für Strom nur eine Richtung – und zwar nach oben – kennen, legt der Gaspreis derzeit eine Verschnaufpause ein.

Gasverbraucher können sich derzeit freuen: Wie das Vergleichsportal Check24 ermittelte, wollen mindestens 228 Gasanbieter die Tarife für die Kunden zwischen 1. September und 1.Oktober 2009 senken. Und während sich nur einige Wenige über Senkungen um bis zu 30 Prozent freuen können, liegt der Durchschnitt immerhin noch bei 8,6 Prozent, was eine Einsparung von 124 Euro pro Jahr bedeuten würde. Damit setzt sich der seit Anfang des Jahres anhaltende Sinkflug der Gaspreise weiter fort und hat, ganz im Gegensatz zu bisherigen Gepflogenheiten, auch trotz beginnender Heizperiode bestand.

Allzu lange können sich die Kunden aber nicht über die Preissenkungen freuen: Mehrere Anbieter haben bereits die ersten Preiserhöhungen angekündigt, da die Preise für Öl inzwischen wieder anziehen – und an diese ist der Gaspreis bekanntlich gekoppelt. Isabel Wendorff vom Vergleichsportal Check24 rät daher, „die derzeitigen Tarife zu nutzen, um sich einen neuen Anbieter mit Preisgarantie zu suchen. Nur so können die aktuell gültigen Tarife über die Heizperiode hinweg gesichert werden“. Portale wie TopTarif oder Check24 bieten geprüfte und unabhängige Preisvergleiche.

Von Preissenkungen kann der Stromkunde nur träumen. Trotz Wirtschaftskrise und Rezession halten die Stromkonzerne weiterhin die Hand auf. So sind nach Angaben des Vergleichsportals TopTarif die Preise für Strom bei 900 Stromversorgern seit Jahresbeginn um 7,1 Prozent gestiegen. Daher ist es auch wenig überraschend, dass etliche Versorger seit Anfang September weiter an der Preisschraube drehen. Auch hier könnten Kunden durch einen Anbieterwechsel profitieren und Geld sparen, tun es aber noch zu selten. Nach Angaben von preisvergleich.de haben bislang lediglich 10 Prozent der Stromkunden den Anbieter gewechseln. Bei Gas ist die Quote noch schlechter: Lediglich 1 Prozent haben sich einen neuen Lieferanten gesucht.




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