Deutscher Mieterbund: in Ballungszentren droht Wohnungsnot

12. September 2009 | von

Anlässlich des Tages der Wohnungslosen macht der Deutsche Mieterbund (DMB) am Freitag erneut auf die Gefahren einer drohenden Wohnungsnot in Deutschlands Ballungszentren und Wachstumsregionen aufmerksam – und forderte ein Eingreifen der Politik.

Die Zahlen sind wieder wenig berauschend: Nach dem historischen Tiefstand beim Wohnungsneubau im vergangenen Jahr droht auch dieses Jahr ein neuer Minusrekord – während der ersten sechs Monate 2009 ist die Zahl der Baugenehmigungenim Vergleich zu 2008 um 10 Prozent eingebrochen. Demenstrechend wird auch die Zahl der fertiggestellten Gebäude zurückgehen. Bereits 2008 wurden lediglich 175.927 neue Wohnungen gebaut, das waren nochmals 16,5% weniger als im Jahr 2007. Bei Mehrfamilienhäusern sah es ähnlich düster aus: Hier ging die Zahl der Fertigstellungen auf 54.615 Einheiten zurück.

„Das ist viel zu wenig“ verdeutlicht der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB) Dr. Franz-Georg Rips die Situation. „Wenn die Politik jetzt nicht eingreift und gegensteuert, droht in Ballungszentren und Wachstumsregionen eine neue Wohnungsnot“, so Rips weiter. Der Wohnungsneubau in Deutschland sei zu einer „marginalen Größe“ verkommen. Wissenschaftler schätzen, dass pro Jahr zwischen 250.000 und 300.000 neue Wohnungen gebaut werden müssen, um die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zu bedienen.

Der Mieterbund sieht ohne das Eingreifen der Politik keine Trendwende am Wohnungsbaumarkt. Nötig seien Förderinstrumente zum Ankurbeln des Wohnungsneubaus inbesondere in Ballungszentren und gefragten Universitätsstädten. Deshalb solle auch nicht mit dem Gießkannenprinzip gefördert werden, sondern regional je nach Bedarf mithilfe von Zulagensystemen und differenzierten Abschreibungsmöglichkeiten.

Rips schlägt dazu eine degressive Abschreibung vor, mit der in den ersten fünf Jahren acht Prozent und danach noch zwei Prozent der Investititonskosten abgeschrieben werden können. „In einer Probezeit von 3 Jahren kann geprüft werden, ob mit einem solchen Förderinstrument eine Treffgenauigkeit erzielt wird, ob also der Wohnungsbau vor allem da angekurbelt wird, wo tatsächlich Neubaubedarf besteht“.




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