Fernwärmeanbieter müssen Kartellamt berichten

15. September 2009 | von

Zu den wenigen Bereichen, in denen noch weniger Wettbewerb herrscht als auf dem Stromsektor, gehört die Fernwärme. In vielen Städten gibt es nur einen Anbieter und Kunden können aus vielerlei Gründen nicht auf eine andere Wärmeversorgung umsteigen. Grund genug für das Bundeskartellamt, die Preisgestaltung der Anbieter zu untersuchen. 30 Fernwärmeanbieter sollen nun Auskunft über die Preiskalkulation geben, da die Preisgestaltung im Fernwärmebereich nach Ansicht des Kartellamtes „wesentlich weniger transparent ist als etwa bei Strom und Gas“.

Die Untersuchung des Kartellamts wird bei den circa 5 Millionen Haushalten, die derzeit an das Fernwärmenetz angeschlossen sind, sicher auf Interesse stoßen, schließlich konnten sich die Meisten davon weder ihre Heizart noch den Anbieter aussuchen. Vielerorts besteht sogar ein Anschlusszwang, wenn die Gemeinde dies vorschreibt. Und selbst wenn die Möglichkeit besteht, die Heizung auf Öl oder Gas umzurüsten, ist dies wohl eher nur eine theoretische Option.

Dementsprechend ist die Preisgestaltung bei derartigen Monopolen äußerst intransparent, wie auch das Kartellamt monierte. Es bestehe die Befürchtung, dass die Anbieter überhöhte Preise verlangen. Mit der Befragung von 30 Unternehmen im Rahmen einer Vergleichsanalyse will sich das Kartellamt nun einen Überblick über Preise und Strukturen verschaffen und verspricht sich davon mehr Transparenz auf den Fernwärmemärkten. Erst wenn sich daraus ein Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Kartellrecht ergibt, besteht die Möglichkeit, ein kartellrechtliches Verfahren gegen die Anbieter einzuleiten.

Die Fernwärme ist mit einem Anteil von 13% die drittwichtigste Art der Wärmeversorgung nach Erdgas (48%) und Öl (30%). Allein in Berlin beziehen über eine Million Haushalte die Fernwärme aus dem Netz des einzigen Anbieters Vattenfall.




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