Abwärtstrend im Wohnungsbau hält an

17. September 2009 | von

Beim Wohnungsneubau ist es ähnlich wie bei der Berliner S-Bahn: Es geht immer noch ein bisschen schlechter, als es ohnehin schon ist. Oder um es mit einem bekannten Kastenbrot zu sagen: „Alles ist wie immer, nur schlimmer“. Und während das neuerliche Desaster im Nahverkehr doch eher überraschend kam, deutete sich der anhaltende Abwärtstrend bei der Errichtung neuer Wohnungen schon länger an. Das Statistische Bundesamt legte nun die entsprechenden Zahlen der ersten sieben Monate des Jahres vor.

Demnach wurden zwischen Januar und Juli 2009 etwa 84.300 neue Wohnungen gebaut. Das sind nochmals 4850 Wohnungen weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2008. Prozentual gesehen beträgt der Rückgang 5,4 Prozent und nichts deutet auf eine Trendwende für den Rest des Jahres hin. Damit droht nach dem historischen Tiefstand beim Wohnungsneubau im vergangenen Jahr und trotz aller Appelle und Initiativen ein weiterer Rückgang.

Der Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V., Walter Rasch, reiht sich angesichts der neuen Zahlen in die Reihe der Mahner ein: „Zwar zeigen sich im Bereich des Mietwohnungsneubaus die Differenzen geringer als im Eigenheimbereich, angesichts des steigenden Bedarfs an bezahlbaren und altersgerechten Wohnungen kann aber keinesfalls von einer positiven Entwicklung gesprochen werden“. Zudem sei die weiterhin geringe Bautätigkeit im Eigenheimbereich – dazu zählen vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser, aber auch Eigentumswohnungen – mit Blick auf die geringe Eigentumsquote in Deutschland ebenso mit Sorge zu betrachten. Hier liegt Deutschland mit einer Quote von 43% an vorletzter Stelle in Europa. „Gerade in Zeiten des demografischen Wandels ist es wichtig, die Eigentumsbildung als wichtige Säule der privaten Altersvorsorge zu fördern“, so Rasch weiter.

Lösungsansätze sieht Rasch in einer Überarbeitung der vor knapp einem Jahr eingeführten „Wohn-Riester“-Förderung. Komplizierte und wenig überschaubare Regelungen wie die in manchen Fällen nachträgliche Besteuerung machen das Modell bisher wenig attraktiv. Würde hier nachgebessert, könnte nach Ansicht Raschs der Einbruch beim Wohneigentumserwerb nach dem Auslaufen der Eigenheimzulage zumindest ab 2011 ein wenig abgefedert werden.




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