Studie ermittelt Ranking der zukunftsträchtigsten Regionen Deutschlands

22. September 2009 | von

Im Norden Deutschlands liegt die Zukunft, wenn man einer Studie des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos Glauben schenken darf. Im für das Handelsblatt erstellte Ranking der fortschrittlichsten Regionen Deutschlands belegt die Hansestadt Hamburg den ersten Rang vor dem gerne gescholtenen Berlin. Ranking-Seriensieger München findet sich auf dem dritten Platz wieder.

Schon immer gab es Städte, Regionen und Länder, die zu bestimmten Zeitpunkten und aufgrund bestimmter Gegebenheiten prosperierten und wuchsen – ob kulturell, wirtschaftlich oder durch Bodenschätze. Doch meist setzten plötzliche Ereignisse oder schleichende Entwicklungen dem Wachstum ein Ende und es entstanden Brachen und Öden – im modernen Industriezeitalter ist die Automobilstadt Detroit, die von den drei großen ansässigen Automobilfirmen mitsamt ihrer überholten Spritschlucker in den wirtschaftlichen Abgrund gezogen wurde, wohl eines der schlimmsten Beispiele für den Niedergang. Verlassene Häuser, Straßenzüge und Viertel waren die Folge.

Logischerweise will niemand in einer dem Untergang geweihten Stadt leben, vielmehr zieht es die meisten wohl in Regionen, die auch in Zukunft noch Zukunft haben. In einer Studie für das Handelsblatt ermittelte das Forschungsinstitut Prognos die Regionen Deutschlands, die das höchste Potenzial einer positiven Entwicklung haben – das natürlich auch genutzt werden muss. In Betracht gezogen wurden wirtschaftliche Zukunftsfelder wie technologie- und wissensintensiven Produkte und Dienstleistungen. Dazu gehören nach Ansicht der Experten Informations- und Kommunikationstechnologie, Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie hochwertige Unternehmens- und Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen, die von der Rezession hart getroffene Logistik-, Fahrzeugbau- und Maschinenbaubranche sowie die Gesundheitswirtschaft.

Der Sieger Hamburg schnitt in allen diesen Disziplinen überdurchschnittlich gut ab, ebenso Berlin und München. Ein Punkt, der den Forschern besonders wichtig ist: Die Ausrichtung auf nur eine Industrie ist wenig erfolgversprechend – siehe Detroit, das wohl abschreckendste Beispiel einer Monoindustrialisierung. Auch im Ruhrgebiet lassen sich die Folgen der Konzentration auf ein Standbein nach dem Ende der Montanindustrie gut beobachten. Nur unter großen Anstrengungen konnte hier der Strukturwandel begonnen werden – und vielerorts wurde er noch nicht erfolgreich abgeschlossen.

Doch nicht nur die großen Metropolen mit ihrer guten Infrastruktur und dem großen Angebot an Bildungs- und Forschungseinrichtungen haben Zukunft. Auch kleinere „Clusterregionen“ wie Biberach, Esslingen oder Tuttlingen können sich in der Liste der zukunftsträchtigen Regionen behaupten, vor allem dank starkem Maschinenbau und Gesundheitswirtschaft – und der Hochschulen, die gut ausgebildete Fachkräfte „produzieren“.

Auf die gute Position im Ranking sollte sich dennoch niemand verlassen. Vielmehr ist es jetzt an der Politik, die vorhandenen Potenziale zu nutzen und gezielt zu fördern.

Der komplette Artikel und das Ranking im Handelsblatt.




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