Aktuelles Städteranking: Hamburg und München strahlende Sieger

12. Oktober 2009 | von

Städterankings gibt es zu hunderten Themen, manchmal sind sie informativ, oft erheiternd und meist nicht sehr aussagekräftig – darüber diskutiert wird dann aber umso häufiger. Das aufgrund der vielen in die Bewertung einfließenden Faktoren vielbeachtete Städteranking der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und des Wirtschaftsmagazins „Wirtschaftswoche“ geht nun in seine sechte Runde. Neben den üblichen Seriensiegern gibt es aber einige Überraschungen.

Während sich die bayerische Landeshauptstadt München bei immobilo-Studien zum Wohnungsmarkt „dank“ happiger Mietpreise stets auf den hinteren Rängen wiederfindet, hat sie bei Rankings zum Thema Wirtschaft und Lebensqualität die vorderen Plätze abonniert. Nicht anders sieht es auch im neuen Großstadtranking von INSM und Wirtschaftswoche aus, bei dem die Isarmetrople erneut auf dem Siegertreppchen landet.

Insbesondere bei Wohlstandsmerkmalen wie Kaufkraft und Einkommenssteuerkraft, den Arbeitsmarktdaten sowie bei der durch Faktoren wie Anzahl der ALG II-Empfänger, öffentlicher Sicherheit und demographischem Index definierten Strukturindikatoren kommt keine andere Stadt an das Niveau Münchens heran. Bei den Standortfaktoren reicht es allerdings nur zu einem siebenten Rang. Überraschender rangiert München hier bei Wirtschaftsfreundlichkeit, Schulabgängern ohne Abschluß und dem Gewerbesteuerhebesatz nur auf den hintersten Plätzen.

Auch beim Dynamik-Ranking, das die Entwicklung der letzten Jahre berücksichtigt, findet sich München im hinteren Mittelfeld wieder – bedingt allerdings durch das vorhandene hohe Niveau, das sich nur noch schwer steigern lässt. Strahlender Sieger des Dynamikrankings ist eine Millionenstadt am anderen Ende der Republik: Hamburg. Die Hansestadt profitiert dabei von „Hafenausbau
und einen gesunden Branchen-Mix“, wie der stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche Henning Krumrey analysiert.

Neben den standesgemäßen Siegern gibt es aber eine Reihe von Überraschungen. So folgen Saarbrücken und Münster den Hamburgern bei der Dynamik und selbst beim Niveauranking belegt Münster den zweiten Rang. Auch in der Hauptstadt gibt es mal wieder einen Anlass zur Freude. So konnte Berlin vom letzten auf den 44. Platz klettern und ist die siebzehnt-dynamischste Stadt der Bundesrepublik.

Wie in jedem Ranking gibt es aber auch Verlierer. So erlebte der dreifache Sieger der Dynamikwertung, Dresden, einen herben Absturz auf den 19. Rang, bedingt durch die Fokussierung der Wirtschaft auf den krisenanfälligen Chipsektor.

Beim Gesamtranking zieren gleich fünf Städte aus dem Ruhrpott die letzten sechs Ränge und verdeutlichen die anhaltenden Probleme beim Strukturwandel der ehemaligen Kohle- und Industrieregion. Gesprengt wird die NRW-Phalanx nur durch das Sachsen-Anhaltinsche Halle.

Link: Das komplette Städteranking




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