Deutsche verbringen Jugend mehrheitlich in den eigenen vier Wänden

4. November 2009 | von

Allgemein gelten die Deutschen ja als ein Volk von Mietern. Die Eigentumsquote liegt im Westen bei unter 50 Prozent, im Osten ist sie noch viel niedriger. Dennoch verbringen fast zwei Drittel der Teens in Deutschland ihre Jugend in den eigenen vier Wänden – bzw denen der Eltern – , wie eine Studie des Forschungs-Institutes empirica im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) ergeben hat.

Die Kurve der „kleinen Eigentümer“ steigt dabei ab einem Alter von fünf Jahren stark an und erreicht den Höhepunkt mit 14 Jahren. In diesem Alter genießen 67 Prozent der Teens in Westdeutschland und 59 Prozent der Alterskollegen im Osten der Republik das Privileg, die Wände der Eltern statt der des Vermieters mit Postern zu tapezieren. Und auch, wenn die Posterphase vorbei ist, wollen die Kinder nicht zu Hause weg. Twens, die im Eigenheim der Eltern wohnen, ziehen später aus als Gleichaltrige, die mit ihren Eltern zu Miete wohnen.

Auf der Schwelle von Tokio Hotel zu Robbie Williams nimmt die Quote dann allerdings rapide ab – was in den meisten Fällen dem Auszug aus Hotel Mama geschuldet ist. Nur die wenigsten können sich als Berufs- und Ausbildungsanfänger bzw. als Student eine eigene Wohnung leisten. Dennoch hat das Eigenheim scheinbar eine prägende Wirkung gehabt: Nach Angaben der LBS Research wünschen sich vier von fünf Deutschen, in der eigenen Wohnung zu leben. Unterstützung könnten sie dabei von der neuen Bundesregierung erhalten, die sich die Förderung des Wohneigentums auf die Fahnen geschrieben hat.

Dabei wird auch zu bedenken sein, dass viele junge Eltern zögern, eine Wohnung zu kaufen. Offenbar warten die meisten darauf, dass die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, bevor sie eine solche große Investition wagen. Notwendig wären nach Ansicht von empirica eine größere Anzahl preiswerter und den Ansprüchen der Interessenten entgegenkommender Objekte sowie ein rechtzeitiges Ansparen von genügend Eigenkapital.
Bei den 40 bis 44-jährigen kommen sich die Ost-und Westdeutschen bezüglich der Eigentumsquote zum ersten Mal richtig nahe. 56 Prozent besitzen in diesem Alter ein Eigenheim. Danach gehen die Zahlen allerdings weit auseinander – bei den Westdeutschen nach oben und im Osten nach unten. Empirica sieht die Gründe dafür in der historischen Entwicklung, da in der DDR weit weniger Menschen Eigentum besaßen als in der BRD.




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