EU-Beschluss: Verschärfung der Energiestandards für Gebäude

19. November 2009 | von

Am Dienstag haben sich Europaparlament, Europäische Kommission und Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten auf eine Neuregelung zum Energieverbrauch von Gebäuden geeinigt. Bisher war von Nullenergiegebäuden ab 2020 bzw. 2018 für öffentliche Gebäude die Rede gewesen. Ganz so streng sehen die Neuerungen jetzt doch nicht aus, trotzdem müssen sich Hausbesitzer auf deutlich schärfere Energiestandards einstellen. Diese gelten allerdings nur für Neubauten, der Gebäudebestand bleibt von der Neuregelung unberührt.

Die neuen Vorgaben zum Energieverbrauch bei Gebäuden werden nun nicht 2020, sondern erst 2021 verbindlich. Neubauten müssen auch nicht zwingend Nullenergiegebäude sein: Vielmehr soll der Energieverbrauch auf ein Zehntel des bisherigen gesenkt und ein „Nahe-Null-Standard“ erreicht werden – ein Begriff, der zugegebenermaßen ziemlich viel Raum für Interpretation lässt. Auch die Forderung, dass ab 2021 erbaute Gebäude „zum Großteil“ mit erneuerbaren Energien versorgt werden sollen, könnte noch für einige Diskussionen sorgen. Wie zu erwarten war, treten die verschärften Standards für öffentliche Gebäude bereits zwei Jahre früher, nun also 2019, in Kraft.

In der Politik wurde der Entschluss begrüßt: Mit den Energiestandards habe die EU eine Vorreiterrolle eingenommen und ein positives Signal hinsichtlich der Klimakonferenz in Kopenhagen gesendet. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hingegen kritisierte, dass nur Neubauten in dem EU-Beschluss Berücksichtigung finden. Im Gebäudesektor stecke ein sehr hohes Energie-Einsparpotential. Dieses auszuschöpfen, würde nicht nur eine erhebliche Reduzierung des europaweiten CO2-Ausstoßes bedeuten – es könnten auch rund eine halbe Million Stellen geschaffen und Milliarden an Energiekosten eingespart werden.

Auch der Energieausweis soll in Zukunft wohl einiges präsenter werden: Bisher musste er zwar für jedes Gebäude vorliegen, doch nur die wenigsten Wohnungs- oder Hausinteressenten lassen ihn sich auch zeigen. Wie der Deutsche Mieterbund (DMB) berichtet, plant die EU nun eine Vorgabe, derzufolge der Energiekennwert künftig schon in der Wohnungsanzeige angegeben werden soll. Außerdem soll der Energieausweis dem Mieter oder Käufer zusammen mit dem Miet- bzw. Kaufvertrag übergeben werden. Anfang des kommenden Jahres wird die Europaparlament über den Vorschlag entscheiden.




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Über Sabine Wagner

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