Neuvermietete Wohnungen wurden auch 2009 teurer

18. Dezember 2009 | von

Trotz anhaltender Wirtschaftskrise sind die Mieten für Neuvermietungen in Deutschland im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Wohnungen in Großstädten verteuerten sich dabei überdurchschnittlich – auch ein Resultat des jahrelang rückläufigen Wohnungsneubaus.

Gewohnt wird immer – und umgezogen erst recht. Wer sich allerdings in diesem Jahr in Deutschland eine neue Bleibe gesucht hat, musste für sein frischbezogenes Domizil im Schnitt 0,9 Prozent mehr Nettokaltmiete zahlen als noch in 2008. Das geht aus dem „Wohnpreisspiegel 2009/2010“ des Immobilienverband Deutschland (IVD) hervor, der in diesen Tagen veröffentlicht wurde. In die Auswertung flossen die Daten zu Neuvertragsmieten in 390 deutschen Städten ein.

Verglichen mit 2008 ist allerdings ein kleiner Rückgang um 0,2 Prozentpunkte zu verzeichnen. 2008 hatte die Verteuerung neu vermieteter Wohnungen noch 1,1 Prozent betragen. Wohl ein schwacher Trost für Großstädter, deren Preisanstieg deutlich über dem Schnitt liegt. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern schlugen Neuvermietungen demnach mit durchschnittlich 1,9 Prozent mehr Miete zu Buche. “In den Großstädten sind die Mietpreissteigerungen höher ausgefallen als in den Mittel- und Kleinstädten” bringt es Jens-Ulrich Kießling, Präsident des Immobilienverbands IVD, auf den Punkt. Besonders arg traf es Wohnungssuchende in Mönchengladbach (+16,67 Prozent), Karlsruhe (+15,38 Prozent) und Dresden (+14,75 Prozent).

Schwache Neubauzahlen verteuern Mieten.

Als einen der Gründe für den anhaltenden Aufwärtstrend der Mieten hat der IVD die weiterhin schwache Neubautätigkeit ausgemacht. “Die geringe Neubautätigkeit der letzten Jahre macht sich auf dem Wohnungsmarkt bereits bemerkbar” erklärt Kießling. Neuvermietungen in Bestandsbauten würden zwar weiterhin konstant teurer, bei Erstbezügen in Neubauten sei dagegen ein starker Anstieg zu verzeichnen. “Das Angebot und die Nachfrage nach Neubauwohnungen klaffen zunehmend auseinander. Die Folge ist ein deutlicher Mietpreisanstieg in diesem Bereich”.

Besonders düster sieht die Lage in den Metropolen und Ballungsräumen aus. Weiterer Zuzug und die Zunahme der Haushalte insgesamt verknappen das Angebot – und lassen die Preise weiter deutlich steigen. Von einer Wohnungsknappheit möchte der IVD im Gegensatz zum Mieterbund trotz der weiter auseinandergehenden Schere von Wohnungsbedarf und Neubautätigkeit allerdings nicht sprechen. Jedoch könnte es für den Geschosswohnbau ein Comeback geben.

Nach Angaben des IVD kostet der Quadratmeter einer durchschnittlichen Nachkriegsära-Mietwohnung mit drei Zimmern und 70 m² Wohnfläche bei Vertragsabschluss nettokalt rund 5,95 Euro monatlich. Von solchen Preisen können Münchener nur träumen. Gleichwertiger Wohnraum kostet in der Isarmetropole mit 12 Euro/Quadratmeter mehr als doppelt so viel. Auf den Plätzen folgen Wiesbaden mit 10,50 Euro/Quadratmeter) und Hamburg (10,40 Euro/Quadratmeter). In der Hauptstadt Berlin kosten in der Nachkriegszeit errichtete Wohnbauten circa 7 Euro je Quadratmeter.




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