Weihnachtsdekoration an Balkon und Haus – was ist erlaubt?

26. Dezember 2009 | von

Blinkende Lichterketten, Lampen, Rentiere, Tannenbaum und Schwibbögen – die Hobbydekorateure unter den Mietern laufen in der Weihnachtszeit oft zu einer ganz eigenen Hochform auf. Vielerorts blinkt und leuchtet es an Fenstern und Fassaden so sehr, dass sich mancher Nachbar angesichts der Lightshow gegenüber in Las Vegas wähnt.

Aber der genervte Nachbar hat in den meisten Fällen Pech: Er muss die Weihnachtsdeko so lange ertragen, bis sie nach dem Ende der Festtage wieder abgebaut ist. Grundsätzlich darf ein Mieter Wohnung und Balkon so dekorieren, wie es sein Geschmack beliebt – erlaubt ist, was gefällt. Diese Freiheit stößt allerdings an ihre rechtlichen Grenzen, wenn damit das Schlafzimmer des Gegenübers taghell erleuchtet wird. In diesem Fall kann der Nachbar verlangen, dass die Beleuchtung nach 22.00 abgestellt wird, um seine Nerven und die Stromrechnung des Lichterfans zu schonen. Sollte ein Gespräch zu keinem Ergebnis führen, kann sich der Nachbar an den Vermieter wenden und Abhilfe verlangen. Bleibt auch dieses Ansinnen erfolglos und die Nachtruhe ist weiterhin empfindlich gestört, darf die Mietzahlung gemindert werden.

Soll auch die Aussenfassade des Hauses zum Beispiel mit einem kletternden Weihnachtsmann geschmückt werden, ist die Zustimmung des Vermieters erforderlich. Dabei spielt auch dessen Geschmack eine wichtige Rolle, denn wenn dieser der Meinung ist, dass Knecht Ruprecht seine Fassade verschandelt, muss die Deko leider im Keller bleiben. Der Vermieter muss auch seine Zustimmung geben, wenn für solche Verzierungen Löcher in der Fassade nötig sind.

Auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass die angebrachte Dekoration ausreichend gegen Verrutschen und Absturz gesichert ist. Auf keinen Fall darf Santa Claus mit seinen Rentieren bei einer Windböe gen Himmel fliegen. Wenn Passanten gefährdet sind, hört der Spaß auf.

Auch im Treppenhaus sind der Kreativität Grenzen gesetzt. Während gegen einen Adventskranz an der Tür als Ausdruck einer alten Tradition niemand etwas sagen kann (Landgericht Düsseldorf, Az.: 25 T 500/89), ist das Hüllen des Hauses in weihnachtliche Düfte verboten. Wenn Zimt- und Adventsduft durch den Flur wabern, ist das nach Ansicht des Oberlandesgerichts Düsseldorf eine „bestimmungswidrige Nutzung“. (Az.: 3 Wx 98/03)




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