3,7 Prozent aller Wohnungen in Deutschland stehen leer

5. Januar 2010 | von

Weit über 780.000 Wohnungen stehen in Deutschland zum Jahresende leer. Das geht aus einer gemeinsamen Studie des Marktforschungsunternehmens empirica sowie des Energiedienstleisters Techem hervor. Dabei zeigen sich gravierende Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland: Im Osten der Republik ist die Leerstandsquote deutlich höher – dafür aber rückläufig.

Droht Deutschland angesichts rapide sinkender Neubauzahlen und gleichzeit steigenden Bedarfs eine Wohnungsnot oder zeigt sich der Wohnungsmarkt entspannt?  Mieterverbände, Vermieter und Politik sind sich über diese Frage seit Monaten uneins. Auch die Zahlen der Studie von Techem und empirica, die auf anonymen Heizkostenabrechnungen von insgesamt 2,1 Millionen Wohnungen basieren, bringen dabei kein Licht ins Dunkel, da sie lediglich den Leerstand betrachten – und nicht die Gründe dafür.

Den Zahlen zufolge waren 3,7 Prozent des deutschen Wohnungsbestandes nicht vermietet, was einem Leerstand von ingesamt 780.000 Wohnungen entspricht. Mit 380.000 entfallen dabei überdurchschnittliche viele auf Ostdeutschland und Berlin, was sich in einer Leerstandsquote von 6,6 Prozent ausdrückt. Zwar ist die Quote in Westdeutschland mit 2,7 Prozent noch deutlich geringer, beide Werte gleichen sich seit Beginn der Auswertungen in 2001 aber kontinuierlich an.

Seit 2001 sank der Leerstand im Osten um 120.000 Wohnungen oder 1,9 Prozent. Was auf den ersten Blick positiv erscheit, entpuppt sich auf den zweiten Blick lediglich als Reduzierung des Angebotes: Nicht der massenhafte Zuzug lässt den Leerstand schrumpfen, sondern der Abriss nicht mehr benötigter Wohnhäuser. Dagegen stieg der Leerstand westdeutscher Wohnungen im gleichen Zeitraum von 2,1 auf 2,7 Prozentpunkte.

Einigkeit zwischen Ost und West herrscht dagegen bei der Leerstandsentwicklung in wirtschaftlich starken Städten und Regionen: In Städten wie Potsdam, Jena oder München sanken die Leerstände deutlich oder verharrten auf niedrigem Niveau. Gebeutelte Städte mit hohen Leerstandsquoten wie Halle (13,6%), Schwerin (15,4%), Emden (13,6%) haben es genauso schwer wie strukturschwache Bundesländer. So stand in Sachsen-Anhalt 2008 fast jede 11. Wohnung leer.




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