Angela Merkel (CDU) zieht aus ihrem Büro aus – vorläufig. Nachdem bereits vor einiger Zeit etliche Baumängel am Kanzleramtsgebäude festgestellt wurden, rücken nun die Bauarbeiter an, um die Schäden zu beseitigen. Auch bei anderen Bundesgebäuden ist die Mängelliste lang – und das gerade mal knapp 10 Jahre nach dem Bau.

Sanierungsfall: Das Kanzleramt.
Parallelen zwischen dem Erscheinungsbild der Koalition und dem Zustand des Kanzleramts scheinen unvermeidlich: Risse, undichte Dächer und tropfende Stellen setzen den Negativschlagzeilen der letzten Wochen die Krone auf. Für die Schäden am Kanzleramt kann die Bundeskanzlerin allerdings nichts: Viele der Mängel wurden bereits kurz nach der Fertigstellung im Jahr 2001 bekannt und werden derzeit ausgebessert. Für die Reparaturarbeiten an Lüftungsanlagen und Haustechnik muss Merkel nach Angaben eines Regierungssprechers nun für knapp sechs Wochen in ein anderes Büro im gleichen Gebäude ausweichen.
Die komplette Mängelliste ist angesichts des jungen Gebäudealters recht eindrucksvoll. Nicht mal zehn Jahre nach Fertigstellung des 250 Millionen Euro teuren Baus ist nach einem Bericht des „Tagesspiegels“die Betonwanne in einem schlechtes Zustand, es tropfe in der Tiefgarage und der Boden wird „dank“ der Klimaanlage wellig. Zurückzuführen sei der Pfusch auf eine mangelhafte oder gar nicht stattgefundene Abnahme des Gebäudes – die Büros wurden durch den Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin dringend benötigt.
Das könnte dem Steuerzahler nun teuer zu stehen kommen, da noch nicht geklärt ist, wer für den entstandenen Schaden aufkommen muss. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist von fünf Jahren ist längst abgelaufen, kann aber in besonderen Fällen vom Gericht verlängert werden. So geschehen zum Beispiel beim 1999 fertiggestellten Bauministerium, das derzeit ebenfalls saniert wird. Hier muss sich die Baufirma mit 11 Millionen Euro an der ingesamt 35 Millionen Euro teuren Sanierung beteiligen. Die restlichen 25 Millionen kommen allerdings vom Bund – keine guten Aussichten also für die Steuerzahler angesichts fünf weiterer Regierungsgebäude in Berlin Mitte, die ebenfalls schwere Mängel aufweisen.






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[...] Geschichte, vor allem, weil ein guter Teil der Kosten wohl am Steuerzahler hängen bleiben wird. Details gibt’s hier. [...]