Studie: Wohnungsneubau auch in Zukunft notwendig

10. Februar 2010 | von

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat die Entwicklung der Wohnungsmärkte bis zum Jahr 2025 prognostiziert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass auch weiterhin Wohnungen gebaut werden müssen.

Nicht erst seit Volker Pispers weiß man, dass die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens langfristiger Prognosen wohl eher in der Kategorie Glücksspiel einzuordnen ist. Meist kommen irgendwelche gesellschaftlichen Umwälzungen oder andere neue Entwicklungen dazwischen, die kein Mensch vorhergesehen hat. So haben 1975 wohl nur kühne Optimisten mit einer Wiedervereinigung Deutschlands gerechnet oder 1991 nur Phantasten geahnt, dass Arnold Schwarzenegger, der zu diesem Zeitpunkt gerade seinen Widersacher auf der Kinoleinwand terminierte, irgendwann mal Gouveneur von Kalifornien ist.

Damit man dennoch auf der sicheren Seite ist, kann man wie das Bundesinstititut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in seiner Wohnungsmarktprognose 2025 mehrere Varianten entwickeln, die jeweils eintreffen könnten. So geht das Institut bei der Berechnung der zu erwartenden Nachfrage nach Wohnfläche und Neubauwohnungen von zwei Varianten mit unterschiedlichen Annahmen zu Bevölkerungs-und Haushaltsentwicklung, Außenwanderung und Binnenwanderung aus.

So rechnet das BBSR in der unteren Variante, die zum Beipsiel mit dem derzeit aktuellen Außenwanderungssaldo von rund 70.000 Personen jährlich ausgeht, mit einem Bedarf an 2,9 Millionen Neubauwohnungen bis 2025. Im Jahresdurchschnitt werden somit 183.000 neue Wohneinheiten benötigt, wobei der Großteil von 154.000 Wohnungen auf die alten Bundesländer entfällt. Damit sehen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Fertigstellung von neuen Wohnungen gar nicht mehr so schlecht aus: 2008 wurden in Deutschland 176.000 neue Wohnungen errichtet und somit einen neuen Tiefpunkt beim Wohnungsbau erreicht. Allerdings werden im Anfangszeitraum der Prognose noch bis 2015 deutlich mehr Wohnungen benötigt. Erst in den Folgejahren nimmt der Bedarf deutlich ab.

Der Schwerpunkt der Neubautätigkeit wird dabei auf dem Bau von Einfamilienhäusern in der Peripherie der großen Wachstumsregionen wie München oder Hamburg liegen – die Hausbauer wirds freuen. Diese Zentren im Westen Deutschlands sind es auch, in denen im Gegensatz zu ländlichen Regionen der neuen Bundesländer auch weiterhin in Geschossbauten investiert wird, während andere Regionen Deutschlands eher mit einem erheblichen Leerstand zu kämpfen haben.

Die komplette Studie zum Nachlesen: Wohnungsmarktprognose 2025




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