Berlin: Kinderlärm muss hingenommen werden

19. Februar 2010 | von

Als erstes Bundesland hat Berlin per Gesetz beschlossen, dass Kinderlärm von Nachbarn geduldet werden muss, da er zur kindlichen Entwicklung gehört. Die FDP kritisiert die „individuelle Positionierung“ Berlins und fordert bundesweit gesetzlichen Schutz von Kinderlärm.

In Berlin sind von Kindern verursachte Geräusche jetzt per Gesetz erlaubt. Nach einer Änderung des Landesimmissionsschutzgesetzes muss Kinderlärm von Nachbarn hingenommen werden. Selbst störende Geräusche seien zu akzeptieren, solange sie der normalen kindlichen Entfaltung dienten.

Kinderlärm sei “juristisch als sozial adäquat und damit zumutbar”, so Berlins Gesundheitssenatorin und Linke-Politikerin Katrin Lompscher. Auslöser für die Gesetzesänderung waren mehrere Vorfälle in der Vergangenheit, bei denen sich Nachbarn aufgrund von störenden Kindergeräuschen beschwert hatten und die vor Gericht ausgetragen werden mussten. So musste im November 2008 beispielsweise eine Kindertagesstätte im Berliner Ortsteil Friedenau schließen, weil ein Nachbar wegen zu laut spielender Kinder geklagt hatte.

„Kinder, die in einem städtischen Umfeld gesund aufwachsen, können das nicht geräuschlos. Kinderlärm – ob auf Spielplätzen, in der Wohnung oder Kita – gehört zur kindlichen Entfaltung und Entwicklung dazu“, so Katrin Lompscher. Trotz des gesetzlichen Beschlusses räumt sie jedoch ein, dass Kinder lernen sollten, auf ihre Umwelt Rücksicht zu nehmen.

Negativ äußerte sich die FDP zur Gesetzesänderung. Sie kritisierte den „Alleingang“ Berlins, da ganz Deutschland kinderfreundlicher werden sollte. FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny: „Wenn sich jetzt jedes Bundesland individuell positioniert, ist der Sache am Ende mehr geschadet als gedient“, so die Politikerin.




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2 Kommentare zu Berlin: Kinderlärm muss hingenommen werden

  1. Pingback: immission

  2. Petra sagt:

    Interessanter Artikel. Seid ihr sicher, dass das sauber recherchiert ist? Ich stimme da nicht allem zu.

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