Bayerns Innenminister sieht drohende Wohnungsnot in München

22. Februar 2010 | von

In den nächsten Jahren könnte es im Großraum München zu einem dramatischen Mangel an Wohnraum und erheblichen Mietsteigerungen kommen. Das gab der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zu Protokoll. Grund ist der schwächelnde Neubau von Wohnungen – obwohl der Wohnraumdedarf kontinuierlich steigt.

In Deutschland könnte es trotz abnehmender Bevölkerungszahl speziell in begehrten Metropolen zu einem dramatischen Engpass auf dem Wohnungsmarkt kommen. Wovor die Mieterverbände schon seit Langem warnen, hat nun auch die Politik erkannt – und sich in den Chor der Wohnungsnot-Mahner eingereiht. So könne sich der Mangel an günstigem Wohnraum in München und die bereits jetzt bestehende Wohnungsnot in den nächsten fünf bis zehn Jahren nochmals verschärfen, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die bereits jetzt exorbitant hohen Mieten würden dann nochmals deutlich steigen, befürchtet der Politker.

Als Hauptgrund der Misere macht Herrmann den lange stagnierenden und weiterhin rücklaufigen Wohnungsneubau verantwortlich. Zwar würde wie vielerorts in Deutschland die Einwohnerzahl auch in Bayern sinken, der Wohnungsbedarf aber gleichzeitig steigen. Immer mehr Singlehaushalte lassen die Nachfrage speziell nach kleinen Wohnungen in die Höhe schnellen. Alleine für München rechnen die Experten der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (BayernLabo) bis 2027 mit einem Bedarf von 252.500 neuen Wohnungen, in ganz Bayern müssen 880.000 Wohnungen gebaut werden. Dem gegenüber stehen gerade mal 36.000 fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2008 und auch für 2009 sehen die Aussichten nicht besser aus.
Um die Lage zu entspannen, will die Staatsregierung in einem Wohnungsbauprogramm 2010 wie im Vorjahr rund 215 Millionen Euro für Bau und Sanierung von Miet- und Eigentumswohnungen sowie Heimplätzen zur Verfügung stellen. Steuererleichterungen sollen zusätzliche Anreize für den Wohnungsbau schaffen.

Die Wohnungsunternehmen machen derweil die Umweltschutzvorgaben des Bundes für den Rückgang der Bautätigkeit mitverantwortlich. Die strengen Anforderungen an den Klimaschutz hätten Bau und Sanierung deutlich verteuert, so der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen. Allein die Vorgaben der EnEV 2009 treiben die Kosten um 30 Prozent in die Höhe, weshalb bei gleicher Investitionshöhe immer weniger Wohnungen gebaut werden können. Um die Situation zu verbessern, sei eine bessere staatliche Förderung von Nöten, beklagt die Branche.




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Ein Kommentar zu Bayerns Innenminister sieht drohende Wohnungsnot in München

  1. tahas sagt:

    Ich finde das skandalös! Als Student ist es ohnehin schon sehr schwer eine halbwegs erschwingliche Bleibe in München zu finden, jetzt bestätigt sich mein Verdacht durch Ihren Artikel: kalkulierte Verknappung des Wohnsangebots für weiter steigende Mietpreise damit sich nur noch die oberen 10000 in der feinen Stadt aufhalten. Nix wie weg!

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