MIPIM: Immobilienbranche ist verhalten optimistisch

22. März 2010 | von

Die MIPIM in Cannes endet zwar alljährlich mit der Verleihung der begehrten „Immobilienoscars“, viel wichtiger ist aber das Signal, welches von der Immobilienmesse ausgeht. Und das diesjährige Fazit der Experten über die weitere Entwicklung der Branche lautet: Man weiß zwar nicht genau, wo man steht und wo es hingeht, aber vorsichtiger Optimismus ist durchaus angebracht.

Auch die glanzvolle Verleihung der gerne als „Immobilien-Oscar“ bezeichneten MIPIM-Awards kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Immobilienbranche noch schwer unter der Wirtschaftskrise zu leiden hat. Ironischerweise kommt hier nochmal der Glanz der alten Tage zum Vorschein, als sich Länder, Städte und Investoren mit immer größeren und spektakuläreren Gebäuden gegenseitig übertrumpfen wollten und so zur Immobilienblase beitrugen, die später dann der Auslöser der Wirtschaftskrise wurde.

Aus deutscher Sicht kann man sich hier natürlich nicht beschweren, denn einerseits ging man wie im Vorjahr mit den Kölner Kranhäusern auch dieses Mal mit dem erst kürzlich unter erheblichem Prominentenauflauf eröffnete und von Aussenminister Westerwelle zu einem der “weltweit spannendsten Hotels” geadelte Kameha Grand Hotel in Bonn sowie dem Marco Polo Tower in Hamburgs HafenCity in verschiedenen Kategorien als Sieger hervor und andererseits gilt der deutsche Wohn- und Gewerbeimmobilienmarkt als einer der stabilsten der Welt. Dennoch gilt hierzulande wie auch weltweit die maximale Devise „vorsichtiger Optimismus“.

Zahlen untermauern den vorsichtigen Optimismus

In Zahlen belegen kann dies das Immobilien-Management-Unternehmen Jones Lang LaSalle. Hier verzeichnete man im zweiten Halbjahr 2009 eine Erholung bei den weltweiten Investitionen in Gewerbeimmobilien. Dennoch – und das verdeutlicht die schlechte Lage des Gewerbeimmobilienmarktes – ging das Volumen der Transaktionen in 2009 gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent zurück. Insgesamt wurden 209 Milliarden US-Dollar investiert – im Rekordjahr 2007 waren es noch 759 Milliarden Dollar.

„Der Anstieg der globalen Transaktionsvolumina, der im zweiten Halbjahr 2009 in allen Regionen zu beobachten war, ist zwar ein ermutigendes Zeichen, dennoch haben wir noch ein ganzes Stück schwierigen Weges vor uns”, blickt der Leiter der International Capital Group des Unternehmens, Arthur de Haast, auf das schwierige Jahr zurück. Für 2010 erwartet er „ein deutliches Wachstum des Gewerbeimmobilien-Transaktionsvolumens von weltweit 30 – 40 %“.

Ähnliche Tendenzen sehen auch andere Marktteilnehmer. Das Investmentgeschäft für Immobilien würde dank fehlender attraktiver Alternativen wieder Rückenwind gewinnen, wie Christian Schulz-Wulkow vom Beratungsunternehmen Ernst & Young Real Estate in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung festellte. Investiert würde aber vorranging noch in besonders hochwertige „Core-Objekte“, die dank guter Lage für langfristig stabile Mieteinnahmen sorgen.

Das Gute im Schlechten

Dass so eine Flaute aber auch seine guten Seiten hat, stellen immer mehr Teilnehmer fest. Angesichts der relativ überschaubaren Teilnehmer- und Besucherzahl seien spontane Gespräche mit Geschäftspartnern möglich, protzige Partys für noch protzigere Projekte sind eher die Ausnahme als die Regel und selbst dem sozialen Wohnungsbau wurde wieder Aufmerksamkeit zuteil.

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