Betriebskosten sind 2008 erneut gestiegen

26. März 2010 | von

Die „zweite Miete“ bleibt weiterhin ein erheblicher Kostenfaktor für Wohnungsmieter. Vor allem durch gestiegene Preise für Energie zogen die Nebenkosten im Abrechnungsjahr 2008 um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Das geht aus dem neuen Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes (DMB) hervor, der auf den Abrechnungsdaten des Jahres 2008 basiert.

Die Betriebskosten einer Wohnung sind im vergangenen Abrechnungsjahr erneut gestiegen. Laut dem aktuellen Betriebskostenspiegel müssen Mieter in Deutschland für ihre Wohnung durchschnittlich 2,16 Euro pro Monat und Quadratmeter berappen.
Zählt man alle möglichen Nebenkosten zusammen, kann der Betrag auf maximal 2,91 Euro je Quadratmeter pro Monat steigen. In diesem Modellbeispiel wurden so im Jahr 2008 für eine 80 Quadratmeter große Wohnung 2.793,60 Euro an Betriebskosten fällig, ein Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Warmwasser und Heizung wurden teurer

Begründet ist der Anstieg der Kosten vor allem durch eine deutliche Verteuerung von Warmwasser und Heizung um rund 19 Prozent. Dass trotz eines etwas kälteren Winters die Kosten nicht noch weiter in die Höhe gingen, lag vor allem am moderaten Heizverhalten der Deutschen. Scheinbar ziehen die Menschen dann doch lieber einen Pullover mehr an, als unnötig Geld an Versorger zu überweisen. Auch das energetische Sanieren der Wohngebäude sorgte für einen gedämpften Kostenanstieg angesichts der explodierenden Energiepreise.

So kostete Heizöl im Jahr 2008 ganze 31,6 Prozent mehr als im Vorjahr und auch Erdgas wurde um 8,9 Prozent teurer. Dementsprechend entwickelten sich auch die Heizkosten der verschiedenen Heizarten. Wohnungen mit Ölheizung wurden um 25 Prozent teurer und liegen nun bei 1,12 Euro pro Quadratmeter, Fernwärme bei 1,01 Euro/m² und gasbeheizten Wohnungen bei 0,71 Euro/m².

„Kalte Betriebskosten“ stagnieren

Entwarnung gibt es dagegen bei den „kalten Betriebskosten“ wie kommunalen Gebühren für z.B. Abfallbeseitung; der Grundsteuer, Versicherungen und Dienstleistungen wie Hausmeisterarbeiten und Gartenpflege. Diese blieben im Schnitt bundesweit stabil und sanken laut Betriebskostenspiegel sogar um 3 Prozent. Der Mieterbund führt den Rückgang vor allem auf ein verbessertes Betriebskostenmanagement und gesteigertes Kostenbewusstsein der Vermieter zurück.

Aussichten: heiter bis wolkig

Für die Jahre 2009 und 2010 prognostiziert der Mieterbund eine Achterbahnfahrt der Betriebskosten, da die Preise für Gas im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent und die für Heizöl um 30,7 Prozent gesunken sind. Allerdings könnte hier die lange Kälteperiode im Winter 2009 für einen erhöhten Energiebedarf gesorgt haben. Dennoch rechnet der DMB hier mit Heizkosten, die etwa 10 bis 15 Prozent unter denen des Vorjahres liegen. Bei den kalten Betriebskosten zeichnet sich auch weiterhin eine stabile Lage ab.
Für 2010 sind die Aussichten ähnlich diffus. Während der Gaspreis weiter sinkt, sind die Kosten für Öl inzwischen gestiegen. Auch der nochmals deutlich kältere Winter dürfte für erhöhte Rechnungen sorgen.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Energie, Geld / Finanzierung abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Betriebskosten sind 2008 erneut gestiegen

  1. Pingback: Tweets die Betriebskosten sind 2008 erneut gestiegen - Immobilien-News und Info - immobilo.de erwähnt -- Topsy.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>