Elbphilharmonie: Hamburger Senat verklagt Baukonzern

8. April 2010 | von

Der Bau der Elbphilharmonie in Hamburg sollte ein ambitioniertes „Leuchtturmprojekt“ werden, verkommt aber inzwischen immer mehr zu einem Drama. Nach einer wahren Kostenexplosion und erheblichen Bauverzögerungen will der Hamburger Senat nun den ausführenden Baukonzern verklagen.

Der Hamburger Senat hat die Faxen dicke: Nach monatelangem Streit will die Stadt nun gegen den Bauträger der Elbphilharmonie vor Gericht ziehen. „Seit drei Monaten versuchen wir, einen verbindlichen Terminplan von Hochtief zu bekommen. Da das nicht geschehen ist, haben wir heute Klage beim Amtsgericht Hamburg eingereicht“, erklärte Karl Olaf Petters von der Kulturbehörde die Beweggründe. Der Senat möchte mit dem Gang vor Gericht einen definitiven Termin für die Fertigstellung des Prestigeprojektes erhalten, um endlich Planungssicherheit zu erreichen.

Derzeit befindet sich der Bau zwischen zehn und zwölf Wochen hinter dem Plan, nach Angaben der Hochtief AG könne sich die Eröffnung der Elbphilharmonie aber um ein ganzes Jahr verzögern. Konkrete Gründe für die erneute Verzögerung konnte die Baufirma allerdings nicht nennen. Ursprünglich war die Übergabe des Gebäudes an seine Bestimmung für den Mai 2012 angedacht. Dieser Termin ist allerdings bereits jetzt in so weite Ferne gerückt, dass Generalintendant Christoph Lieben-Seutter Orchester und Künstler bereits über eine Verschiebung informiert hat.

Hochtief wiegelt ab

Widerspruch kommt erwartungsgemäß von der beklagten Baufirma. „Wir können die Klage nicht nachvollziehen, da sie sachlich gegenstandslos ist“, erklärte ein Hochtief-Sprecher. In einem bereits im Januar vorgelegten Terminplan sei klar ersichtlich, dass bis auf den großen Konzertsaal, der sich um ein Jahr verzögere, sämtliche Bauarbeiten pünktlich beendet werden. Zudem sei Hochtief nicht für die Verzögerungen verantwortlich, da diese auf „verspätete Planzulieferungen und Planungsänderungen“ zurückzuführen seien.
Der ambitionierte Bau mit seiner weltweit einzigartigen, freischwebenden Konzerthalle ist weltweit einmalig.

Einmalig ist allerdings auch die Kostenexplosion. Von den in einer ersten Machbarkeitsstudie avisierten 77 Millionen Euro haben die Kosten in der Zwischenzeit mit einem geschätzten Preis von 323 Millionen Euro mehr als vervierfacht, was dem Projekt eine unrühmliche Erwähnung im Schwarzbuch Steuerzahler einbrachte.

Elbphilharmonie

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Foto: Bernd Sterzl, pixelio.de




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