GSW: Geplanter Börsengang bleibt umstritten

16. April 2010 | von

Genauso wie der Verkauf vor sechs Jahren an zwei US-Investoren ist auch der Börsengang der Berliner Wohnungsbaugesellschaft GSW ein heikles Thema. Kritiker befürchten Nachteile vor allem für die Mieter. Und obwohl die Mehrheit für den Börsengang bei der entscheidenden Abstimmung im Abgeordnetenhaus am kommenden Montag scheinbar steht, zittern die regierenden Parteien vor der Abstimmung.

Eigentlich schien alles klar: Die Fraktion der SPD stimmte am Dienstag zwar für einen Börsengang der ehemals landeseigenen GSW, doch nach Informationen der „taz“ wollen bei der entscheidenden Abstimmung im Abgeordnetenhaus einige SPDler von der Fraktionslinie abweichen und gegen den Börsengang stimmen – damit steht die Mehrheit auf äußerst wackeligen Füßen. Bis zur endgültigen Entscheidung am kommenden Montag dürften Berlins Regierendem Bürgermeister Wowereit (SPD) also noch einige Schweißperlen die Stirn herunterlaufen.

Sowohl Senat als auch GSW beteuern, dass die derzeit umfassenden Mieterrechte auch nach einem Börsengang weiter Bestand haben. Sie schützen die Mieter vor Kündigungen und anschließenden Luxussanierungen der Wohnungen – zumindest bis 2014, bis dahin gilt die Vereinbarung zwischen Senat und den derzeitigen Besitzern Cerberus und Goldman Sachs.

Der Mieterverein sieht die Situation ein wenig anders. „Zwar hält die GSW den Mietspiegel ein, doch seit 2004 haben die Mieten spürbar angezogen“, meint Reiner Wild vom Berliner Mieterverein in der „taz“. Nach einem Börsengang würden sich die Risiken der Mieter weiter erhöhen, schließlich erwarten die Anleger Rendite. Es drohen weitere Verkäufe und ein Zurückfahren der Investitionen in die Bausubstanz. Auch der Service für Mieter würde zurückgefahren. Bereits jetzt habe die GSW mieterfreundliche Servicepunkte durch Call Center ersetzt.

Der Chef der GSW, Thomas Zinnöcker, verteidigte den geplanten Börsengang des Unternehmens. „Seit der Finanzkrise wächst das Interesse an wertstabilen Anlagen und an Wohnimmobilien.“ Regelmäßige Dividenden würden damit sehr wahrscheinlich werden.




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