Mangelnder sozialer Wohnungsbau gefährdet sozialen Frieden

4. Mai 2010 | von

Obwohl Bedarf und Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus weiterhin hoch sind, spielen preisgünstige Wohnungen eine immer kleinere Rolle im Wohnungsbau. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, fürchtet der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen um den sozialen Frieden in Deutschland.

In Deutschland gibt es immer weniger Sozialwohnungen, obwohl preisgünstiger Wohnraum wegen sinkender Einkommen heute gefragter ist als je zuvor. Alleine im Gebiet des VdW Bayern ging der Sozialwohnungsbestand aufgrund auslaufender Sozialbindungen seit 1992 um mehr als die Hälfte zurück. Auch die Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig: So werden in den nächsten 5 Jahren weitere 60.000 der aktuell noch 125.000 Sozialwohnungen aus der Sozialbindung fallen, zudem sind die Neubauzahlen des sozialen Wohnungsbaus äußerst bescheiden. 2009 gab es 1.125 neue Sozialwohnungen – dem gegenüber standen 7.000 Abgänge aus der Sozialbindung. Ingesamt beziffert der VdW den Anteil des sozialen Wohnungsbaus am gesamten Wohnungsbau auf gerade mal noch drei bis vier Prozent, während es kurz nach dem Krieg noch circa 50 Prozent waren.

„Die Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus ist angesichts der Wirtschaftskrise unverändert groß“, analysiert Xaver Kroner, geschäftsführender Vorstand des VdW Bayern, die Lage. Etliche Bevölkerungsgruppen wie kinderreiche Familien oder Senioren wären von der Krise besonders betroffen und liefen Gefahr, in Zukunft kaum noch ansprechenden Wohnraum zu finden. Speziell in Bayern drohe sich die Lage angesichts des anhaltenden Zuzugs und der geringen Neubautätigkeit besonders zu verschärfen, inbesondere, da die demografische Entwicklung auch vor dem Freistaat nicht halt mache. Bereits heute „drohen in Wachstumsregionen wie München, Regensburg oder Ingolstadt Engpässe bei bezahlbarem Wohnraum“, warnt Kroner . „Ein Dach über dem Kopf sei ein existenzielles Bedürfnis aller Menschen, auch derer, die sich die übliche Marktmiete nicht leisten können“. Ist dies nicht mehr gewährleistet, sei der soziale Frieden in Gefahr.

Immerhin stellt das Land Bayern mit dem Bayerischen Wohnraumförderungsgesetz (BayWoFG) sowohl passende Rahmenbedingungen für den sozialen Wohnungsbau als auch mit 215 Millionen Euro genügend Fördermittel für den Wohnungsbau bereit.




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