Bieten Immobilien doch keinen Inflationsschutz?

7. Mai 2010 | von

Sind die auch gern als „Betongold“ bezeichneten Immobilien doch kein krisensicherer Inflationsschutz? Das behaupten zumindest zwei aktuelle Studien aus dem Hause Feri und BulwienGesa. Wohneigentümer sind dennoch auf der relativ sicheren Seite – die Marktanalysten haben die Entwicklung bei Gewerbeimmobilien untersucht.

Der Tenor könnte nicht eindeutiger sein: „Wer in Immobilien investiert, weil er eine Sicherheit vor Inflation haben will, liegt fehl“, analysiert Olaf Claessen vom Studienauftraggeber Deutsche Land Property Management das Ergebnis der Studie im Branchenblatt „Immobilien Zeitung“. BulwienGesa konnte in der Studie zumindest bei Gewerbeimmobilien keine statistisch signifikante Beziehung zwischen Miet- und Kaufpreisen und Inflation entdecken.

Während der Preisindex bei Gewerbeimmobilien zwischen 1975 und 2010 um circa 84 Prozent stieg, legten die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum um erstaunliche 125 Prozent zu. Etwas besser halten sich dabei die Wohnimmobilien, die sich um 125 Prozent verteuerten. Zwar fließen die Mieten auch in die Inflationsrate ein, der langfristige Zusammenhang zwischen Wohnungsmieten und Inflation sei auch nach einer Inflationsbereinigung „schwach“, so die „Immobilien Zeitung“.

Inbesondere seit Beginn der 90er Jahre würden Miet- und Kaufpreise für Gewerbeimmobilien und die Inflation deutlich auseinandergehen. Während die Inflation in den letzten 20 Jahren um 46,2 Prozent zulegte, sanken die Mieten für Büros um 18 Prozent. Etwas besser erging es da den Einzelhandelsimmobilien, deren Mieten um 25 Prozent – und damit immernoch deutlich unter der Inflation – stiegen.

Über einen Kamm scheren lässt sich die Entwicklung allerdings nicht. So gehen die Preisentwicklungen je nach Lage deutlich auseinander. Büromieten hätten sich laut Claessen wegen des großen Konkurrenzdrucks und kürzeren Mietverträgen vor allen Dingen in „A-Städten“ schlechter entwickelt als in „B-Städten“. Einzelhandelsimmobilien in Metropolen würden sich dagegen in sehr guten Lagen deutlich positiver entwickeln.




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