Offene Immobilienfonds: Fonds-Lobby wettert gegen Gesetzesentwurf des Ministeriums

14. Mai 2010 | von

Die deutsche Fondsindustrie wehrt sich gegen die Vorschläge der Bundesregierung zur Regulierung offener Immobilienfonds, akzeptiert aber eine Mindesthaltedauer von einem Jahr. Für langfristig orientierte Anteilseigner soll sich nichts ändern.

Der Kampf um die in die Krise geratenen offenen Immobilienfonds wird weiter ausgetragen. Als Reaktion auf den Gesetzentwurf des Finanzministeriums, der eine Neuregelung der Fonds vorsieht, hatte der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) schon vor einer Woche versucht, die Anleger zu beruhigen und damit die Panik in der Branche zu verhindern. Bei den vom Bundesministerium vorgeschlagenen Gesetzesänderungen bezüglich offener Immobilienfonds handle es sich nur um einen ersten Diskussionsbeitrag, das Gesetzgebungsverfahren habe noch nicht einmal begonnen.

Jetzt geht man einen Schritt weiter: Die deutsche Fondsindustrie wehrt sich mit eigenen Plänen gegen die Vorschläge des Finanzministeriums. Während die der Politik vorsehen, dass Anleger ihre Fondsanteile in Zukunft mindestens zwei Jahre halten müssen, hält der Bundesverband Investment und Asset Management zwölf Monate für vollkommen ausreichend. Die Beschränkung soll dabei auch nicht für Kleinsparer gelten, sondern ausschließlich für Anlagefirmen.

Zudem soll nach dem Diskussionsentwurf des Ministeriums die bislang tägliche Verfügbarkeit von Anteilen an offenen Immobilienfonds komplett aufgehoben werden. Danach sollen Ausgabe und Rücknahme von Anteilen nur noch zu bestimmten Terminen erfolgen, wahlweise einmal oder zweimal jährlich. Das bisherige Grundprinzip von offenen Immobilienfonds, nämlich die tägliche Verfügbarkeit von Fondsanteilen, wäre somit aufgehoben. Der BVI äußerte nun, dass es wichtig sei, notwendige Reformen im Sinne der Anleger durchzuführen, ohne dass der Charakter des Produkts dabei in Frage gestellt würde.

Um panische Anlegerreaktionen, die kürzlich zur Schließung der drei offenen Immobilienfonds KanAm Grundinvest, SEB Immoinvest und Fonds P2 Value zu verhindern, soll auch bezüglich der Immobilienbewertung nach Meinung der Fonds-Lobby anders vorgegangen werden als jetzt von der Regierung vorgeschlagen.

So sollen statt bisher einmal jährlich die Gebäude in Zukunft halbjährlich von unabhängigen Sachverständigen bewertet werden. Das Ministerium möchte den ermittelten Verkehrswert einer Immobilie mit einem pauschalen Abschlag von zehn Prozent versehen – Damit sollen Anleger vorsorglich vor Einbußen durch Abwertungen geschützt werden.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Geld / Finanzierung, News abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Offene Immobilienfonds: Fonds-Lobby wettert gegen Gesetzesentwurf des Ministeriums

  1. Pingback: Tweets die Offene Immobilienfonds: Fonds-Lobby wettert gegen Gesetzesentwurf des Ministeriums - Immobilien-News und Info - immobilo.de erwähnt -- Topsy.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>