Rationale Motive dominieren beim Eigentumserwerb

20. Mai 2010 | von

Beim Eigentumserwerb spielen Fakten und rationale Überlegungen eine größere Rolle als emotionale Motive. Das ergab jetzt eine Studie, die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Allianz AG durchführte. Eine gute Finanzierungsberatung ist heute gefragter als früher und längere Zinsbindung wichtiger als der kurzfristig niedrigste Zinssatz.

Keine Mieterhöhungen, die Sicherheit, das Heim dauerhaft sein Eigen nennen zu können und die Freiheit, die Wohnung selbst zu verschönern und zu pflegen, anstatt mietvertraglich geforderte Schönheitsreparaturen durchzuführen: Der Erwerb von Immobilieneigentum steigert in den meisten Fällen die Lebensqualität. Für Eigenheimbesitzer ist das allerdings gar nicht das ausschlaggebende Motiv für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung: Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Allianz-Konzerns sind rationale Überlegungen dabei entscheidender als emotionale Beweggründe.

Von den befragten 1000 Eigenheimbesitzern sowie angehenden Bauherren, die innerhalb der nächsten Jahre ins eigene Heim zu ziehen planen, hören rund drei Viertel auf ihre Vernunft und nicht auf ihr Bauchgefühl. Für 95 Prozent ist der Aspekt, im Alter mietfrei zu wohnen, am wichtigsten und auch die Aussicht, im Eigenheim sicher vor Mieterhöhungen oder einer Kündigung zu sein, ist ausschlaggebend. Rund neun von zehn Befragten treffen ihre Entscheidung aufgrund der Freiheit, in den eigenen vier Wänden tun und lassen zu können, was ihnen beliebt.

Die Erwartungen ans eigene Zuhause, so etwa, der Familie ein eigenes Nest zu bieten, werden offenbar erfüllt, denn 65 Prozent derer, die ein Eigenheim erworben haben, würden dies „auf jeden Fall“, 24 Prozent „wahrscheinlich“ wieder tun.

Bei der Finanzierung der eigenen Immobilie wird laut der Forsa-Studie auf Beratung und einen günstigen Zinssatz viel Wert gelegt. So empfinden rund drei von vier Befragten individuelle Beratung durch einen Finanzierungsexperten als „wichtig“ oder „sehr wichtig“, was Aufschluss darüber gibt, dass der Beratungsbedarf deutlich zugenommen hat. Hatten in den letzten 20 Jahren nur 55 Prozent derer, die den Kauf eines Eigenheims planten, einen Berater bei der Immobilienfinanzierung hinzugezogen, wollen heute 73 Prozent den Rat eines Finanzierungsexperten einholen.

Die Mehrheit der Befragten sieht den Berater dabei als Hauptanlaufstelle sowie zusätzliche Informationsquelle beim Immobilienkauf – so empfinden 68 Prozent der Besitzer und 77 Prozent der Planenden. Besonders Frauen, in der Befragung drei von vier, und Jüngere zwischen 25 und 45 Jahren legen sehr viel Wert auf eine individuelle Beratung.
Diese soll überdies die Absicherung der Finanzierung und der Familie einschließen, etwa bei Arbeitslosigkeit, Unfall oder Tod des Hauptverdieners – darüber sind sich die Befragten recht einig: 88 Prozent halten das für „wichtig“ bis „sehr wichtig“.

Auch die Zinsregelung ist für drei von vier Befragten „sehr wichtig“. So sehe man sich eher nach langfristig günstigen Zinsen um als nach kurzfristigen Zinsschnäppchen. Beim Abschluss einer Immobilienfinanzierung ist damit für neun von zehn Befragten nicht der niedrigste Zinssatz, sondern die Aussicht, sich durchschnittlich niedrige Zinsen für einen langen Zeitraum zu sichern, relevant. Zudem teilt unter den Immobilienbesitzern jeder Zweite die Meinung, dass eine kompetente und individuelle Beratung heute wichtiger ist als die niedrigsten Darlehenszinsen; bei den Immobilienplanern sind es zwei von drei Befragten.




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